Stürmer verlässt die DEG: Reimer: "Ich bin kein Söldner"
zuletzt aktualisiert: 24.01.2012 - 11:18Patrick Reimer (29) spricht im Interview mit unserer Redaktion über die Gründe für den Abgang bei den DEG Metro Stars.
Herr Reimer, die DEG versucht alles, um ihre Existenz in der DEL zu retten. Sie verlassen den Verein. Kein Vertrauen in die Zukunftsaussichten?
Reimer: Ich glaube sehr wohl an die Zukunft der DEG. Aber der Verein hat sich für einen anderen Weg entschieden. Er musste sich für einen anderen entscheiden. Wir sind da offen miteinander umgegangen. Sie können mir glauben, die DEG ist für mich mehr als ein normaler Arbeitgeber gewesen.
Gab es denn keine Versuche, Sie zum Bleiben zu bewegen?
Reimer: Wir haben geredet, aber es war schnell klar, dass wir nicht zusammenkommen würden. Die DEG ist bei ihrem Neuanfang ja quasi dazu gezwungen, Einschnitte zu machen. Im Eishockey geht es um andere Summen als beim Fußball. Klar, wir werden sicher nicht schlecht bezahlt. Aber es ist eben auch nicht so, dass wir nach ein paar Jahren im Geschäft ausgesorgt hätten. Ich bin jetzt im besten Alter als Profi und habe eben lukrative Angebote von der Konkurrenz bekommen. Ich wäre sehr gerne in der Stadt geblieben. Ich habe hier acht tolle Jahre gehabt und bin der DEG unendlich dankbar, dass ich hier meine Karriere starten konnte.
Haben Sie schon einen Vertrag in Nürnberg unterschrieben?
Reimer: Darüber möchte ich nichts sagen. Es ist Sache des Vereins, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist richtig, ich verlasse die DEG.
Eine emotionale Entscheidung?
Reimer: Ich habe wirklich lange mit mir gerungen und bis zum Ende gehofft, dass es möglich ist, noch einen Großsponsor zu finden. Es wurde dann aber immer deutlicher, dass die Perspektive für mich hier nicht optimal sein würde. Das ist ein blödes Gefühl. Wie gesagt, ich bin kein Söldner. Ich liebe diesen Sport und den Verein. Das mögen manche als Blabla empfinden, aber wer mich kennt, der weiß, ich sage das nicht nur so dahin.
Was halten Sie von dem Rettungsteam um Präsident Wenkemann und Geschäftsführer Schmellenkamp?
Reimer: Das müssen andere beurteilen. Es ist klar, dass bei so einer Aktion nicht alles optimal läuft. Wichtig ist nur, dass es in Düsseldorf weiter Eishockey gibt.
Wie kann der DEG die Rettung gelingen?
Reimer: Ich hoffe, es wird wieder alles etwas familiärer. Es geht nur miteinander, in der Vergangenheit war das oft leider nicht der Fall. Die Entwicklungen der letzten Wochen stimmen mich positiv. Die Aktion mit den Toten Hosen ist das beste Beispiel.
Gianni Costa führte Gespräch
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