Showdown in der DEL: Spuckattacke verschärft die Derby-Stimmung
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009 - 10:32Düsseldorf (RP). Die Stimmung in Spiel sechs ist ziemlich erhitzt. Das bekommt auch Mike Schmidt zu spüren. Der Co-Trainer der Düsseldorfer EG hat Mühe, sich im Duell bei den Krefeld Pinguinen aufs Sportliche zu konzentrieren. Während einer Auszeit wird Schmidt von Krefelder "Fans", die hinter der Spielerbank Platz genommen hatten, mit einem Schal geschlagen.
Irgendwann hat er genug, entreißt dem Mann den Schal und schmeißt ihn weg. Nach dem Spiel eskaliert die Situation: Der "Fan" spuckt Schmidt an, worauf es zu einem Handgemenge zwischen Schmidt, Trainer Harold Kreis und ein paar Spielern mit jenen "Fans" des KEV kommt. Jedoch ohne weitere Konsequenzen. "Wir haben Besseres zu tun, als Berichte an die Liga zu schicken", sagt Manager Lance Nethery. "Ich bin froh, dass unsere Anhänger wissen, wie man Respekt vor dem Gegner zeigt."
Die Emotionen kochen hoch, je mehr sich die Serie "best of seven" zuspitzt. Und weil die DEG in Krefeld das erste Drittel verschlief und 0:3 zurücklag, gibt es heute Abend (19.30 Uhr, ISS Dome) einen letzten Nachschlag. "Einige von uns waren in den Köpfen wohl schon im Halbfinale", befand Daniel Kreutzer nach der Partie, in der die Düsseldorfer mit einem Sieg alles hätten klarmachen können, selbstkritisch.
Der Vorverkauf für Spiel sieben gegen Krefeld läuft rasant:
7.16 Uhr 5109; 11.11 Uhr 6801; 14.23 Uhr 7930; 20 Uhr 9001.
Tickets für das Entscheidungsspiel gibt es telefonisch unter 01803 / 30 33 0 oder im Internet: www.rp-ticket.de
Im Blickpunkt stand jedoch ein anderer Akteur. Unfreiwillig. Ryan Ramsay wäre am liebsten im Boden versunken. Sein völlig überflüssiger Fehlpass, just in dem Moment, als die DEG nach dem Ausgleich das Spiel dominierte, ebnete den Krefeldern den Weg zum Sieg. "Das war eine Katastrophe", tobte Nethery. "Ich weiß nicht, was mit Ramsay los ist. Ich habe seit Mitte der Saison fast kein gutes Spiel mehr von ihm gesehen." Um noch einen fiesen Spruch nachzulegen: "Immerhin hat er seinen ersten Scorerpunkt in der Serie bekommen."
Ein anderes Thema schmeckt Nethery ebenfalls gar nicht. Denn das Gerücht, welches Trainer Harold Kreis mit dem SC Bern in Verbindung bringt, hält sich weiter hartnäckig. Nethery sagt gebetsmühlenartig: "Harry hat einen Vertrag, aktuell gehe ich zu 100 Prozent davon aus, dass er ihn erfüllen wird." Doch ob Kreis das wirklich tut, ist eine andere Frage. Denn hört man genauer hin, scheint es alles andere als sicher, dass Kreis in der kommenden Saison noch an der Bande der Metro Stars steht. Dazu passt auch ein Satz Netherys: "Für den richtigen Betrag verkaufe ich alles. Außer meine Frau."
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