Play-off-Start in der DEL: Zehn Siege bis zum Titel
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 - 08:46Düsseldorf (RP). Am Freitagabend beginnt das Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga. Titelfavorit Berlin trifft auf Hamburg, die Düsseldorfer EG auf Krefeld. Die DEG hat mit dem rheinischen Rivalen noch eine Rechnung offen.
Er hat keine Schneidezähne mehr. Die frisch genähte Wunde über dem Auge sieht auch nicht appetitlich aus. Doch John Tripp steht seinen Mann. Ob er Schmerzen hätte, wird der Eishockeyprofi gefragt.
Normalerweise müsste er welche haben: Ein paar Minuten waren im dritten Pre-play-off-Spiel absolviert, als der Stürmer der Hamburg Freezers einen Schlagschuss des Frankfurters Chris Taylor ins Gesicht bekommt. Er verliert Blut. Viel Blut. "Du meine Güte", stammelt der Fernseh-Kommentator, als der Nationalspieler zusammensackt.
Doch kurz darauf steht Tripp auf, fährt zur Kabine. Ein paar Minuten und acht Stiche später ist er wieder da. Applaus brandet in der Frankfurter Arena auf. Die Eismaschine hatte da gerade erst die Spielfläche vom Blut gereinigt. "Yeah, es tut schon ein bisschen weh", sagt der Deutsch-Kanadier mit starkem Akzent. "Aber bringt nix. Ich muss spielen. Sind ja Play-offs."
Man merkt: In der Deutschen Eishockey Liga geht die Saison endlich so "richtig" los. Die quälend lange Vorrunde ist vorbei. Acht Teams sind noch übrig. Ab heute geht es um die Meisterschaft. Zehn Siege werden benötigt, um den Pokal zu holen. Es gibt jetzt keine kleinen Verletzungen mehr. Jeder, der laufen kann, wird auf dem Eis stehen.
Derbys versprechen Spannung
Die Hauptrunden-Tabelle, die bestimmt, welche Teams aufeinandertreffen, meint es vom Unterhaltungswert ziemlich gut mit den Fans. Die Viertelfinal-Paarungen sind interessant: Das "Straßenbahn-Derby" zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguinen. Das "Niedersachsen-Derby", in dem die Hannover Scorpions auf den EHC Wolfsburg treffen. Die Paarung Mannheim gegen Nürnberg kann da nicht mithalten. Macht aber nichts – die Franken fliegen sowieso fast immer im Viertelfinale raus.
Natürlich gibt es wieder einen klaren Meisterschaftsfavoriten. Die Eisbären Berlin holten drei Titel in den vergangenen vier Jahren, sind auch jetzt im "Geschwisterduell" gegen Hamburg (beide Teams gehören in der Anschütz-Gruppe dem gleichen Eigentümer) wieder klarer Favorit. Kurz vor Ende der Punkterunde fingen sie Tabellenführer Hannover ab. Die Mannschaft, über Jahre weitgehend zusammengeblieben, steht vor dem Umbruch – und somit vor ihrer letzten großen gemeinsamen Aufgabe.
In Düsseldorf und Krefeld sorgt das Derby für volle Hallen. "Das wird eine hartumkämpfte Serie", sagt DEG-Trainer Harold Kreis. "Beide Teams werden ihr bestes Eishockey zeigen müssen." Die Düsseldorfer haben noch eine Schmach auszubügeln: 2003 unterlagen sie im Viertelfinale gegen den späteren Meister Krefeld. Daniel Kreutzer, damals schon für die Metro Stars auf dem Eis: "Das wird nicht nochmal passieren."
John Tripp ist auch dabei. Mit seinen Hamburg Freezers trifft er im Viertelfinale auf Berlin. Dass es dazu überhaupt kommt, dafür sorgt der 31-Jährige selbst: Im fünften und entscheidenden Spiel der Pre-Play-offs gegen Frankfurt besorgt er den Treffer zum 4:2-Endstand. Das Auge ist immer noch dick. Aber es sind ja Play-offs. Da muss er spielen.
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