Deutsche Eishockey Liga: Zündstoff vor dem rheinischen Derby
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 21.10.2011 - 11:01Krefeld (RP). Derbys leben von Emotionen. Das ist im Eishockey nicht anders als in anderen Sportarten, wenn nicht durch die körperbetonte Spielweise sogar noch deutlicher ausgeprägt. Dass die Verantwortlichen der Vereine – gerade in der um jeden Zuschauer kämpfenden Deutschen Eishockey Liga – versuchen, die Stimmung anzuheizen, um die Duelle nah beieinander beheimateter Klubs noch interessanter zu machen, ist nicht verwerflich.
Wenn am Freitag (19.05 Uhr im Live-Ticker) die Krefeld Pinguine auf die DEG Metro Stars treffen, werden die Emotionen wieder hochkochen. Nicht unerheblichen Anteil hat daran auch Krefelds Stadionsprecher Christian Lach. Er ist bekannt dafür, gerade Düsseldorf mit Hohn und Spott zu überschütten – meist an der Grenze des guten Geschmacks.
Diesmal ist Lach auf der Internetplattform "facebook" übers Ziel hinausgeschossen: "Krefeld gegen Düsseldorf ist Pils gegen Alt. Das ist Arbeiter gegen Snobs. Das ist der gute Daniel (Pietta, Anm. d. Red.) gegen den dicken Daniel (Kreutzer, Anm. d. Red.). Das ist Gut gegen Böse."
Für DEG-Pressesprecher Frieder Feldmann war das ein Schritt zu weit: "Das geht nicht. Das ist schon nicht mehr grenzwertig", sagt er. Düsseldorfs Trainer Jeff Tomlinson lassen die Aussagen kalt. Ihn beschäftigen die sportlichen Probleme: Platz zwölf, vier Punkte Rückstand auf einen Pre-Play-off-Platz. "Wir versuchen, das Spiel zu gewinnen und wollen dann in der Tabelle klettern", sagt der Coach. Bei einem Auswärtssieg mit zwei oder mehr Toren Unterschied würde die DEG, die derzeit einen Aufwärtstrend zeigt, am Gastgeber vorbeiziehen.
Krefeld hinkt momentan ebenfalls den eigenen Ansprüchen hinterher. Große Verletzungssorgen plagen den Meister von 2003. Der Top-Scorer aus dem Vorjahr, Herberts Vasiljevs (49 Punkte aus Toren und Vorlagen), fehlt wegen einer Schultereckgelenk-Sprengung, die er sich in der Vorbereitung zugezogen hat. Nun fällt auch der aktuell torgefährlichste Stürmer, Francois Methot (zehn Punkte), mit einer Verletzung am linken großen Zeh für drei bis vier Wochen aus. Damit muss Trainer Rick Adduono zum wiederholten Male mit neu formierten Reihen in die Partie gehen.
Für Krefeld ist das Spiel heute ein ganz besonderes: Es ist der Auftakt zum Jubiläums-Wochenende "75 Jahre Krefelder Eissport". Der KEV wurde am 22. Oktober 1936 gegründet. Das Fanprojekt der Gastgeber plant die größte Choreografie, die es bisher in Krefeld gab – über 6200 Karten wurden bereits verkauft.
Deutlich besser läuft die Saison für einen anderen rheinischen Rivalen. Die Kölner Haie, die sich unter der Woche mit Nationalspieler Felix Schütz verstärkten, stehen mit einer gespielten Partie weniger auf dem siebten Tabellenplatz. Heute (19.30 Uhr) geht es zum Auswärtsspiel beim Meister und Tabellen-Zweiten Eisbären Berlin. Haie-Coach Uwe Krupp hat großen Respekt: "Wir treffen auf die Mannschaft, die in den letzten Jahren eine echte Dynastie aufgebaut hat. Berlin hat in sieben Jahren fünf Meisterschaften geholt."
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