Deutschland - Lettland 1:1 (0:1, 1:0, 0:0): Deutschland erkämpft Remis gegen Lettland
zuletzt aktualisiert: 26.04.2004 - 18:30Prag (rpo). Auf dem Weg ins Viertelfinale der WM hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft einen wichtigen Punkt eingebüßt: Gegen Lettland musste das Team von Coach Hans Zach am Ende mit dem Unentschieden sogar zufrieden sein.
Mit einem 1:1 (0:1, 1:0, 0:0) gegen Lettland löste das Team von Bundestrainer Hans Zach zwar das Ticket für die Zwischenrunde, nimmt jedoch voraussichtlich nur einen Zähler mit. Denn im abschließenden Vorrundenspiel der Gruppe A am Mittwoch (20.15 Uhr/live im DSF) gegen Gastgeber Tschechien ist die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) krasser Außenseiter.
NHL-Profi Jochen Hecht von den Buffalo Sabres sicherte dem Zach-Team vor 15.000 Zuschauern in der Sazka-Arena in Prag das Remis gegen den letztjährigen WM-Neunten. Der Ex-Mannheimer glich in der 26. Minute mit einem Überzahltor die Führung der Balten durch Sergejs Zoltoks (10.) aus. Gegen die lettische Weltauswahl, deren Spieler in neun Ländern beschäftigt sind, zeigte sich das DEB-Team gegenüber dem mühsamen 4:2-Auftaktsieg gegen Aufsteiger Kasachstan deutlich verbessert, vergab aber zahlreiche Torchancen.
Hecht stufte das Remis dennoch hoch ein: "Wir haben einen Punkt gewonnen und nicht einen verloren. Wir waren besser als gegen Kasachstan, die Letten haben eine gute Mannschaft und haben uns mehr gefordert." Der Torschütze monierte indes auch die mangelhafte Chancenverwertung: "Wir müssen unsere Möglichkeiten besser nutzen."
"Ahornblätter" enttäuschten
In der Zwischenrunde, die am Freitag beginnt, trifft Deutschland auf die Nachbarn Schweiz und Österreich sowie voraussichtlich auf Weltmeister Kanada. Die "Ahornblätter" sind nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Österreich noch nicht für die zweite WM-Phase qualifiziert.
Zach musste nicht nur auf den bereits abgereisten Hamburger Verteidiger Heiko Smazal (Mittelfußbruch), sondern auch auf den Kölner Boris Blank verzichten. Der Stürmer hatte im Training eine Handgelenkprellung erlitten, wollte zwar spielen, blieb aber auf Geheiß des Bundestrainers draußen. "Er wollte sich umziehen. Aber er kann nicht 100-prozentig schießen und in die Zweikämpfe gehen. Also habe ich gesagt: Es geht nicht", berichtete Zach.
Ob Blank gegen Tschechien wieder auflaufen kann, ist noch offen. Der 25-Jährige bleibt vorerst bei der Mannschaft in Prag, eine Abreise ist kein Thema. "Mir tut der linke Zeh auch weh, aber ich fahr auch nicht nach Hause", meinte Zach, der für den Kölner den Kasseler Verteidiger Stephan Retzer in den Sturm beorderte: "Er hat früher Stürmer gespielt."
Die dezimierte deutsche Mannschaft begann sehr aggressiv, kam auch schon früh zu Torchancen, scheiterte aber am lettischen NHL-Torwart Arturs Irbe. Als der Mannheimer Jochen Molling auf der Strafbank saß, fiel etwas überraschend die Führung für die Balten: Stürmerstar Sergejs Zoltoks von den Nashville Predators lenkte einen Schuss durch die Beine von DEB-Goalie Olaf Kölzig ab.
Kölzig parierte glänzend
Der deutsche NHL-Schlussmann, der bei seiner zuvor letzten WM 1997 beim 0:8 gegen die Letten ein Drittel lang im Tor gestanden hatte, verhinderte kurz vor der ersten Pause einen höheren Rückstand: Beim einem Alleingang von Juris Ozols parierte der Goalie der Washington Capitals glänzend. Auf der Gegenseite vereitelte Irbe hochkarätige Chancen von Retzer und Tomas Martinec.
Im Mittelabschnitt dominierte das DEB-Team das Geschehen deutlich, nutzte aber seine Torchancen nicht. Einzig Sturm überwand Irbe: Als zwei Letten auf der Strafbank saßen, verwertete der NHL-Profi ein mustergültiges Zuspiel des Kasselers Tobias Abstreiter zum hochverdienten Ausgleich. Daniel Kreutzer und Eduard Lewandowski indes scheiterten am lettischen Goalie.
Der Krefelder Daniel Kunce scheiterte im Schlussdrittel nochmals an Irbe. Auf der Gegenseite stellte Kölzig durch zwei Paraden das Remis sicher. Ein erneutes Unterzahl-Spiel in den letzten rund 90 Sekunden überstand Zachs Team auch unbeschadet.
Deutschland: Kölzig (Washington Capitals/20 Länderspiele) - Lüdemann (Kölner Haie/121), Molling (Adler Mannheim/118); Benda (Bars Kasan/Russland/146), Leask (Eisbären Berlin/10); Kunce (Krefeld Pinguine/99), Renz (Kölner Haie/96) - Morczinietz (Kölner Haie/49), Ustorf (Krefeld Pinguine/86), Kathan (Adler Mannheim/110); Martinec (Adler Mannheim/35), Reichel (Frankfurt Lions/140), Greilinger (Nürnberg Ice Tigers/54); Hecht (Buffalo Sabres/55), Abstreiter (Kassel Huskies/105), Kreutzer (DEG Metro Stars/108); Lewandowski (Kölner Haie/53), Boos (Kölner Haie/57), Retzer (Kassel Huskies/38)
Lettland: Irbe - Rekis, Ignatjevs; Tribuncovs, Redlihs; Sejejs, Sorokins; Saviels, Tambiejevs - Kercs, Zoltoks, Ozols; Vasiljevs, Pantelejevs, Nizivijs; Fanduls, Sirokovs, Romanovskis; Semjonovs, Cipruss, Macijevskis
Tore: 0:1 Zoltoks (9:34), 1:1 Hecht (25:34)
Schiedsrichter: Larking (Schweden)
Zuschauer: 15.000 in Prag
Strafminuten: Deutschland 8 - Lettland 12.
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