2:4 gegen Lettland: Eishockey - Deutschland erhält Dämpfer
zuletzt aktualisiert: 22.04.2005 - 09:10Kaufbeuren (rpo). Nachdem die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in den letzten Spielen gute Ergebnisse vorweisen konnte, gab es am Donnerstagabend in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Wien und Innsbruck (30. April bis 1. Mai) gegen die Auswahl aus Lettland einen Dämpfer.
Nach zuletzt guten Partien gegen Schweden und Weißrussland unterlag das Team von Bundestrainer Greg Poss am Donnerstagabend vor 3.100 Zuschauern in Kaufbeuren dem WM-Siebten Lettland mit 2:4 (0:2, 0:0, 2:2).
Dabei offenbarte die DEB-Auswahl vor allem Schwächen bei der Chancenverwertung. Lediglich der Kölner Sebastian Furchner (41.) und Felix Petermann aus Nürnberg (53.) trafen für die Gastgeber. Die Letten nutzten dagegen ihre wenigen Gelegenheiten konsequenter aus und kamen zu einem verdienten Erfolg.
Zuletzt hatte die deutsche Mannschaft gegen die Balten vor drei Jahren verloren. Danach hatte es einen Sieg und zwei Unentschieden gegeben. Gelegenheit zur Revanche bietet sich aber schon am Samstag um 15.00 Uhr in Ravensburg.
Bereits vor der Niederlage am Abend musste Poss einen weiteren personellen Rückschlag verdauen. Nach den Absagen der NHL-Stars Olaf Kölzig und Marco Sturm muss der US-Amerikaner in Wien und Innsbruck auch auf Routinier Stefan Ustorf verzichten. Der 31-Jährige vom deutschen Meister Eisbären Berlin erlitt im letzten Finalspiel am Dienstag gegen Adler Mannheim (4:1) einen Innenbandriss und fällt acht Wochen aus. Das ergab eine Kernspintomographie am Donnerstag.
"Es ist das traditionelle Pech von Stefan Ustorf, dass er nie ohne größere Verletzung durch eine Saison kommt. Leider ist es diesmal im letzten Spiel passiert", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).
Offen ist noch die WM-Teilnahme von NHL-Profi Jochen Hecht. Der Mannheimer Stürmer laboriert an einer Bänderdehnung im Unterarm, die er bereits im Halbfinale gegen Frankfurt erlitten hatte. "Er wird am Montag zur Nationalmannschaft anreisen. Dann wird er behandelt und in den Vorbereitungsspielen pausieren. Wir gehen aber davon aus, dass er bei der WM spielen kann", sagte Reindl. Hoffnung gibt es auch für Andreas Renz. Der Kölner Verteidiger, der sich bei den Spielen in Weißrussland am Außenmeniskus verletzt hatte, bestand seinen Härtetest unter Wettkampfbedingungen und wird daher nicht am Freitag operiert.
Kölzig und Sturm hatten ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft bereits vor einigen Wochen abgesagt. Torwart Kölzig lässt sich wegen einer Knochenabsplitterung am Knie operieren, Torjäger Sturm wird rund 14 Monate nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch eine Platte aus dem Bein entfernt.
Im ersten Drittel agierten beide Mannschaften sehr offensiv, es gab Chancen auf beiden Seiten. In der 10. Minute nutzte Sprukts für die Letten einen Abspielfehler von Lasse Kopitz zur Führung. In der 16. Minute vergab der Nürnberger Tomas Martinec die beste Gelegenheit des Poss-Teams, als er er gleich zweimal am lettischen Keeper Masalskis scheiterte. Im direkten Gegenzug traf Ignatjevs zum 0:2.
Im zweiten Durchgang verflachte die Partie ein wenig, die deutsche Mannschaft war aber das bessere Team. Der Kölner Eduard Lewandowski und der Augsburger Björn Barta vergaben allerdings gute Torchancen. Die größte Möglichkeit zum Anschlusstreffer ließ in der 34. Minute Lewandowskis Klub-Kollege Tino Boos aus - und das sogar in Unterzahl. Nach 30 Minuten machte im Tor der Krefelder Robert Müller absprachegemäß Platz für Alexander Jung von den DEG Metro Stars.
Im Schlussdrittel kam nach Furchners Treffer noch einmal kurz Hoffnung auf, doch die Letten konterten gerade einmal 23 Sekunden später durch Galvins zum 1:3. Sechs Minuten Petermanns Tor sorgte Tribuncovs für den Endstand.
Nach der zweiten Partie gegen die Letten geht die WM-Vorbereitung in der kommenden Woche mit zwei Partien gegen die USA - am Dienstag in München und am Donnerstag in Rosenheim - zu Ende. Der erste WM-Auftritt der DEB-Auswahl ist am 1. Mai in Wien gegen Kasachstan.
Deutschland: Müller (Krefeld Pinguine), ab 31. Minute Jung (DEG Metro Stars) - Kopitz (Nürnberg Ice Tigers), Wright (Krefeld Pinguine); Renz (Kölner Haie), Sulzer (DEG Metro Stars); Schauer (Nürnberg Ice Tigers), Retzer (Kassel Huskies); Petermann (Nürnberg Ice Tigers), Martinovic (Hamburg Freezers); Danielsmeier (Iserlohn Roosters) - Fical (Nürnberg Ice Tigers), Benda (Sewerstal Tscherepowez/Russland), Martinec (Nürnberg Ice Tigers); Lewandowski (Kölner Haie), Boos (Kölner Haie), Furchner (Kölner Haie); Kathan (DEG Metro Stars), Barta (Augsburger Panther), Kreutzer (DEG Metro Stars); Hommel (Kassel Huskies), Sulkovsky (Frankfurt Lions), Morczinietz (Hannover Scorpions)
Lettland: Masalskis - Skrastins, Saviels; Bondarevs, Ignatjevs, Tribuncovs; Lavins, Sorokins, Galvins - Cipruss, Pantelejevs, Nizivijs; Semjonovs, Tambijevs, Stals; Sprukts, Ankipans, Cipulis; Redlihs, Ozols, Ziedins, Sirokovs
Tore: 0:1 Sprukts (9:42), 0:2 Ignatjevs (15:56), 1:2 Furchner (40:58), 1:3 Galvins (41:21), 2:3 Petermann (52:21), 2:4 Tribuncovs (58:21)
Schiedsrichter: Reiber (Schweiz)
Zuschauer: 3.100
Strafminuten: Deutschland 8 plus 10 Disziplinar (Kopitz) - Lettland 10
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