Olympiaqualifikation und WM-Gastgeberrolle 2009 angestrebt: Eishockey-WM: Platz acht ist das Mindestziel
zuletzt aktualisiert: 21.04.2004 - 14:27Nürnberg (rpo). Wenn man Hans-Ulrich Esken, den Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) über die anstehende Weltmeisterschaft in Tschechien reden hört, taucht in seinem Vokabular häufig das Verb "müssen" auf.
"Wir müssen unter die ersten Acht kommen und uns direkt für Olympia qualifizieren. Und wir müssen die WM 2009 bekommen", sagt Esken vor dem WM-Auftakt am Samstag (20.15 Uhr) in Prag gegen Aufsteiger Kasachstan.
Die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2006 in Turin hat die Mannschaft von Bundestrainer Hans Zach auf dem Eis in der Hand. In Prag muss die DEB-Auswahl ihren Platz unter den ersten Acht in der Weltrangliste des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) verteidigen.
Schweiz einzig ernsthafter Olympia-Rivale
Vor dem WM-Auftakt liegt Zachs Team auf Rang sieben. Erreicht es zum vierten Mal in Folge das Viertelfinale, ist es auf jeden Fall direkt für Turin qualifiziert. Selbst bei einem schlechteren Abschneiden hat die DEB-Auswahl noch gute Chancen, denn der derzeitige Neunte Schweiz müsste fünf Plätze besser abschneiden, um sie noch abzufangen.
"Wenn wir die direkte Qualifikation nicht schaffen, kostet uns das Geld", sagt DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Dann müsste die Nationalmannschaft im Februar 2005 ein Qualifikationsturnier bestreiten statt lukrativer Länderspiele. Ein fünfstelliger Betrag, so Reindl, würde dann in der Kasse fehlen.
Viel wichtiger für den DEB ist aber die Vergabe der Weltmeisterschaften 2008 und 2009 auf dem IIHF-Kongress vom 6. bis 8. Mai in Prag. "Ich glaube, für 2009 haben wir gute Aussichten", sagt Reindl. Der DEB hat sich für beide Turniere als Ausrichter beworben, will aber 2008 dem Eishockey-Mutterland Kanada den Vortritt lassen. "Wenn die Kanadier die WM 2008 haben wollen, dann bekommen sie sie auch", so Reindl: "Wir werden jedenfalls nicht gegen sie antreten."
Ohne WM-Zuschlag gibt's Finanzprobleme
Doch auch neben Kanada hat der DEB Konkurrenten: Frankreich, 1908 Gastgeber bei der IIHF-Gründung und bislang nur einmal WM-Ausrichter (1951), hat sich ebenso beworben wie die Schweiz, Schweden und Finnland. Größtes Problem der deutschen Bewerbung ist die Quellensteuer. "Wenn wir keine Freistellung bekommen, haben wir keine Chance", sagt Reindl.
Derzeit führen das DEB-Präsidium zusammen mit dem Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, Gespräche mit dem Bundesfinanzministerium. "Das Gesetz sieht eine Ausnahmeregelung vor, wenn ein volkswirtschaftlicher Nutzen nachgewiesen ist", sagt Reindl. Dieser Nutzen sei immens: Bei der letzten Heim-WM 2001, so eine Studie der Universität Osnabrück, habe er 100 Millionen Euro betragen.
Sollte der DEB den Zuschlag wie schon bei der WM-Vergabe 2007 (an Russland) nicht bekommen, müsste er finanziell kürzer treten. "Das wäre ein herber Rückschlag", meint Reindl: "Wenn wir mit der Nachwuchsförderung so weitermachen wollen wie bisher, brauchen wir die WM. Ansonsten müssen wir die Programme herunterfahren."
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