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Grenzenloser Jubel nach verdientem Sieg: Frankfurt Lions sind deutscher Eishockey-Meister

zuletzt aktualisiert: 17.04.2004 - 10:12

Frankfurt/Main (rpo). Das "Wunder vom Main" ist perfekt: Die Frankfurt Lions haben ihren ersten Matchball gegen die als Favorit gehandelten Eisbären aus Berlin verwandelt und sich mit einem 4:3 (1:0, 2:1, 1:2) im vierten Finale der Playoff-Serie "best of five" ihren ersten Meistertitel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gesichert.

Nach dem bislang größten Erfolg in der Vereinsgeschichte kannte der Jubel in der mit 7000 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle keine Grenzen. Mit Sektfontänen und ausgelassenen Freudentänzen zur obligatorischen Siegeshymne "We are the champions" verwandelten die Cracks von Erfolgscoach Rich Chernomaz die Arena in ein Tollhaus.

"Es ist ein Wunder, ein Traum", erklärte "Löwen"-Manager Lance Nethery mit glänzenden Augen und blickte in der Stunde des süßen Triumphes sieben Monate zurück: "Vor der Saison war unser Ziel, das erste Spiel in Iserlohn zu gewinnen. Jetzt haben wir die letzte Begegnung der Saison gewonnen. Das ist einfach unglaublich."

Der als Außenseiter ins Finale gestartete Hauptrunden-Fünfte aus Frankfurt schaffte die vorzeitige Entscheidung vier Tage nach dem überraschenden Auswärtserfolg (4:3 n.V.) in Berlin und blieb zudem in den Playoffs auf heimischem Eis unbesiegt.

Patrick Lebeau (9.) sowie Dwayne Norris (30.) und David Gosselin (31.) per Doppelschlag innerhalb von 36 Sekunden sowie Mike Harder (45.) erzielten die Tore für die "Löwen". Für die Berliner, die nach der DDR-Meisterschaft 1988 weiter auf den nächsten Titel warten müssen, trafen Steve Walker (37.), Alexander Barta (48.) und David Roberts (52.).

Die Frankfurter schlugen wieder einmal in Überzahl zu. Lebeaus Führungstor verlieh den Lions weiteren Schwung und lähmte auf der Gegenseite die Gäste, die offenbar mit dem großen Druck nicht zurecht kamen. Zwei Minuten vor Ende des ersten Drittels scheiterte erneut Lebeau, als er in Unterzahl nur den Pfosten traf. "Bis zum 0: 1 haben wir ordentlich gespielt, dann ist der Faden gerissen", meinte "Eisbär" Sven Felski. Auch die Schlussoffensive nach dem 4: 2-Anschlusstreffer durch Barta brachte den Eisbären nicht mehr den angepeilten Erfolg.

Bereits im Halbfinale hatte das Chernomaz-Team die Hamburg Freezers (3:2) ausgeschaltet. Den Berlinern blieb als Hauptrunden-Gewinner der ganz große Triumph versagt. Zuletzt hatten die Adler Mannheim 2001 als Sieger der Vorrunde auch den Titel gewonnen.

Dass die "Löwen" in ihrem 17. Erstligajahr überhaupt zum ersten Mal die Finalserie erreichten, ist wohl eine der ungewöhnlichsten Geschichten in der zehnjährigen Historie der DEL. Nur wegen des wirtschaftlich bedingten Ausstiegs der Schwenninger Wild Wings waren die nach einer völlig verkorksten Saison sportlich abgestiegenen Frankfurter im vergangenen Jahr in der Eliteliga geblieben.

Bereits vor der Partie grassierte das "Löwen"-Fieber. Für das Spiel am Freitag hätten rund 40.000 Tickets verkauft werden können. Auf dem Schwarzmarkt wurden 150 Euro für eine Stehplatzkarte geboten. Ein paar Fans reiste sogar aus New York an. Am Montag (16. 30 Uhr) wird der Meister auf dem Römerberg empfangen.


 
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