Fünf Ermittlungsverfahren: Jagdszenen in den DEL-Play-offs
zuletzt aktualisiert: 19.03.2007 - 13:23Neuss (RPO). Die Nerven der Spieler in der Deutschen Eishockey-Liga liegen offenbar blank. Übermotivation, falsches Verständnis von sportlicher Härte oder einfach nur Dummheit? Nach nur zwei Spieltagen im Play-off-Viertelfinale laufen bereits fünf Ermittlungsverfahren.
Der Ingolstädter Nationalspieler Yannic Seidenberg muss nach seinem brutalen Foul am Freitag gegen den Kölner Bryan Adams zusätzlich zur automatischen Ein-Spiel-Sperre wegen einer ähnlichen Attacke am Sonntag gegen Stephane Julien mit einer längeren Zwangspause rechnen.
Dem Düsseldorfer Charlie Stephens droht nach einem angeblichen Stockstich am Freitag gegen den Hamburger Marc Beaucage ebenso eine Sperre wie seinem Klubkollegen Sean Brown, der für einen Check gegen Benoit Gratton am Sonntag eine Matchstrafe erhielt.
In diesen drei Fällen entscheidet der DEL-Disziplinarausschuss am Dienstag vor dem dritten Playoff-Spieltag. Erst Ende der Woche wird über die Rassismus-Vorwürfe gegen den Hamburger Beaucage verhandelt. Der Ex-Düsseldorfer soll vor dem 0:4 am Sonntag gegen die DEG den dunkelhäutigen Verteidiger Jean-Luc Grand-Pierre als "Fucking Nigger" beschimpft haben, was dessen Mitspieler Benjamin Barz und Nils Antons bezeugen. Beaucage bestritt jegliche rassistische Äußerung.
Das fünfte Verfahren läuft gegen Hamburgs Trainer Bill Stewart, der am Freitag nach dem 2:3 der Freezers in Düsseldorf Schiedsrichter Richard Schütz als "Clown" bezeichnet haben soll. Beaucage und Stewart drohen laut DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke keine Sperren, sondern lediglich Geldstrafen.
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