Nach Tumor-Enfernung: Müller beim All-Star-Game gefeiert
zuletzt aktualisiert: 04.02.2007 - 17:11Mannheim (RPO). Robert Müller hat sich nach seiner Tumor-Entfernung mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Der Eishockey-Nationaltorwart wurde in der 42. Minute des DEL-All-Star-Games eingewechselt und von den Zuschauern frenetisch gefeiert.
"Das war sehr emotional. Das war einer der schönsten Momente in meiner Karriere. Das kann man kaum in Worte fassen", sagte der erst vor zwei Monaten wegen eines Hirntumors operierte Müller, der zuletzt am 5. November 2006 auf dem Eis stand, nach seinem Comeback beim Allstar-Game der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in Mannheim.
Beim netten Spielchen zwischen Team Europa und Team Nordamerika, das die Kufen-Cracks aus Übersee mit 12:10 für sich entscheiden konnten, war Müller der umjubelte Held der 9596 Zuschauer in der Mannheimer Arena. Während der ganzen Partie wurde der zunächst auf der Ersatzbank sitzende 26-Jährige mit Sprechchören und Transparenten gefeiert. Alle Fans hielten schon vor dem Anpfiff ein mit Müllers Rückennummer 80 bedrucktes Papier in die Höhe.
Als der Goalie von DEL-Spitzenreiter Mannheimer Adler dann in seiner Heimstätte auf die Spielfläche kam, wurde die erstmals in diesem Modus augetragene Partie zwischen den besten Europäern und den besten Nordamerikanern der Liga endgültig zur Nebensache. Mit stehend dargebrachten Ovationen sowie aufbrausendem Applaus bei jeder Parade wurde Müller bis zum Spielende und darüber hinaus bejubelt.
Selbst dem ansonsten hartgesottenen deutschen Eishockey-Idol Erich Kühnhackl, der die europäische Auswahl betreute, war die Rührung anzumerken. "Das war großartig, wie Robert gefeiert wurde. Ich finde es ganz toll, dass er nach dieser Geschichte wieder dabei ist. Ich freue mich riesieg für ihn", erklärte der Coach der Straubing Tigers.
Bei aller Euphorie um Müller, der sogar bereits wieder in die Nationalmannschaft berufen wurde und beim Länderspiel gegen Slowenien am Mittwoch in Ingolstadt mit von der Partie sein wird, ist die Krankheitsgeschichte des Torhüters noch nicht endgültig vorüber. Zwar fühlt sich Müller "körperlich topfit", doch erst bei einer Nachuntersuchung am 14. Februar wird sich klären, ob sich der Tumor nach der operativen Teilentfernung vollständig zurückgebildet hat. Wenn nicht, stehen erneute Behandlungen auf dem Programm.
Schon in den vergangenen Wochen musste Müller eine Strahlen- und Chemotherapie über sich ergehen lassen. Dennoch ließ sich der Profi mit 343 DEL-Einsätzen auf dem Buckel, dessen Frau im April das zweite Kind erwartet, nie entmutigen. "Die Therapien waren keine große Belastung. Jetzt freue ich mich auf das richtige Comeback in der DEL", meinte Müller, der davon überrascht war, dass ihn seine Ärzte zur schnellen Rückkehr in den Leistungssport ermuntert hatten.
Nicht ermunternd, aber auch für Müller sehr erheiternd war übrigens der Fauxpas von Solist Claus Eisenmann vor dem Anpfiff zum Allstar-Game. Der Sänger machte beim Singen der Nationalhymne aus der Textzeile "brüderlich mit Herz und Hand" kurzerhand "brüderlich mit Gottes Hand".
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