Eishockey: NHL: Vielleicht spielen sie doch noch
zuletzt aktualisiert: 20.01.2005 - 10:59Toronto (rpo). In der nordamerikanischen Profiliga NHL wird in dieser Saison möglicherweise doch noch Eishockey gespielt. Zwar erzielten Spielergewerkschaft NHLPA und die Vertreter der Klubs bei einem fünfstündigen Treffen in Chicago noch keine Einigung für ein Ende des Arbeitskampfes, kündigten überraschenderweise aber die Fortsetzung der Verhandlungen an.
"Wir hatten einen guten Dialog", sagte Gewerkschaftsvertreter Trevor Linden. Diese Aussage darf als regelrechte Trendwende bezeichnet werden, denn in den seit Monaten andauernden Verhandlungen herrschte zumeist ein eisiges Klima.
Beim bislang letzten Treffen am 14. Dezember hatten die Spieler eine Gehaltskürzung von 24 Prozent angeboten und waren von den Klubchefs belächelt worden. Die Vereine verlangten als Lösung für ihre massive Verschuldung zuletzt die Einführung einer Gehaltsobergrenze (Salary Cap), die Gewerkschaft schloss das kategorisch aus.
Bereits in der Nacht zum Freitag wollten sich die Parteien in Toronto erneut an einen Tisch setzen. Um die Saison doch noch zu retten, ist in jedem Fall Eile geboten. Bis zum Mittwoch waren 662 der 1230 regulären Saisonspiele dem Ausschluss (Lockout) der Spieler durch die Klubs zum Opfer gefallen. Allerspätestens Mitte Februar muss gespielt werden, um einen ordentlichen Ablauf der Mini-Serie zu garantieren.
Die Entscheidung über die mögliche Rettung der NHL-Saison nimmt so oder so Einfluss auf die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Sollte die Saison abgesagt werden, wollen etliche der bisher in Nordamerika gebliebenen Profis ihre Schlittschuhe in Europa schnüren. Unter anderem wird der deutsche Nationaltorwart Olaf Kölzig (Washington Capitals) von den Hamburg Freezers und den Eisbären Berlin umworben.
Wird doch gespielt, müsste ein Dutzend Profis, die in der DEL mit einem Lockout-Vertrag ausgestattet sind, umgehend zurück zu ihren Arbeitgebern in Kanada und den USA. Betroffen davon wären auch die deutschen Nationalspieler Jochen Hecht (Adler Mannheim) und Marco Sturm (ERC Ingolstadt).
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