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Nach Tumor-OP: Robert Müller ist zurück

zuletzt aktualisiert: 23.01.2007 - 12:01

Mannheim/Neuss (RPO). Eishockey-Torhüter Robert Müller ist nach seiner komplizierten Kopfoperation wegen eines bösartigen Hirntumors wieder zurück auf dem Eis. Seit drei Wochen ist Müller bei den Mannheimer Adlern wieder im Training.

Nationaltorwart Robert Müller wechselt nach der Saison zu den Adler Mannheim.  Foto: RPO
Nationaltorwart Robert Müller wechselt nach der Saison zu den Adler Mannheim. Foto: RPO

Dass der Puck mit 150 Stundenkilometern auf seinen Kopf zufliegt, bereitet Robert Müller keine Sorgen. "Darüber denke ich überhaupt nicht nach. Das ist genauso wie früher", sagt der Eishockey-Nationaltorwart. Früher war allerdings einiges anders: Da hatte der 26-Jährige noch keine Narbe von einer Schläfe zur anderen und eben nicht diese schwierige Operation hinter sich.

"Ich bin in die Normalität, ins Leben zurückgekehrt", sagt der Torhüter zwei Monate, nachdem ihm in der Kopfklinik Heidelberg Teile des Tumors entfernt worden waren. Die anschließende Chemotherapie hat er auch überstanden, jetzt fühlt er sich wieder "hundertprozentig fit".

Ob er den Kampf gegen den Krebs wirklich gewonnen hat, weiß er aber noch nicht. "In drei Wochen muss ich zur Nachfolgeuntersuchung. Dann erfahre ich, ob der Tumor sich durch die Therapie ganz aufgelöst hat." Auch wenn er sich um Normalität bemüht, beim Blick in den Spiegel wird er regelmäßig an seine schwere Erkrankung erinnert. Nicht nur wegen der langen Narbe. "Die Haare sind mir durch die Chemo ausgegangen, aber hinten wachsen sie schon wieder."

Sein unerschütterlicher Optimismus hat dem Oberbayern geholfen - nach einem Schicksalsschlag, den er selbst gar nicht als solchen empfunden hat. "Ich bin ein positiver Mensch, ich habe mir gar nicht viele Gedanken gemacht und das alles sehr relaxed aufgenommen", berichtet er: "Vielleicht habe ich es bis heute nicht richtig kapiert." Erst als er Briefe von Eishockey-Fans aus ganz Deutschland mit Genesungswünschen erhielt, sei ihm bewusst geworden, dass etwas Schwerwiegendes passiert ist.

Geholfen hat dem 110-maligen Nationalspieler nicht nur die eigene Familie, sondern auch der "enorme Zuspruch aus der ganzen Liga, das hätte ich nie erwartet". Dabei habe ihn Humor viel mehr aufgebaut als Mitleid. "Ich habe von meinen alten Kumpels aus Krefeld eine Videobotschaft bekommen, die war zum Totlachen, das war super."

Er selbst hat seinen Humor auch nicht verloren. Das zeigt sich, wenn er sagt, dass sich der Tumor "vorne links, von mir aus gesehen", befunden habe. Oder wenn er seine Fitness so beschreibt: "Vom Tumor her bin ich wieder spielberechtigt." Spielen darf er vorerst noch nicht, die Ärzte haben noch nicht Grünes Licht gegeben. "Aber das Trainieren lass ich mir nicht nehmen."

Zurück ins Tor bei den Adlern und in der Nationalmannschaft will er möglichst schnell. "Ich brenne noch ein bisschen mehr als sonst. Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht. Ich bin sehr ungeduldig." Einen Zeitplan für die Rückkehr habe er, "aber den muss ja nicht jeder kennen".

Spätestens wenn im April sein zweites Kind geboren wird, will er aber wieder im Tor stehen. "Mit dem Meisterpokal in der Hand und dem Baby im Arm - das wäre eine tolle Sache", sagt Müller. Und Ende April hat er ein ganz besonderes Ziel: "Die WM in Moskau will ich mitmachen, ich war bei acht Weltmeisterschaften dabei, dann will ich auch zur neunten." Die wäre, sagt er, eine ganz besondere: "Nach so einer Krankheit zurückzukehren - ich kann gar nicht beschreiben, was das bedeutet."

Quelle: sid

 
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