DEL/Halbfinale: Robidas bewahrt Lions vor dem Aus
zuletzt aktualisiert: 08.04.2005 - 12:22Neuss (rpo). Welch ein Einstand für den NHL-Star: Stephane Robidas, erst am Morgen aus Kanada eingeflogen, war fast der alleinige Matchwinner des deutschen Eishockey-Meisters Frankfurt Lions. "Er ist der beste Verteidiger der Liga, das hat man wieder gemerkt", musste Stephane Richer, Trainer der Mannheimer Adler, nach dem Frankfurter 4:3-Sieg im dritten Halbfinalspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft anerkennen.
Mit einem Tor und zwei Vorlagen führte der ausgesperrte Profi der Chicago Blackhawks, der wegen Komplikationen bei der Schwangerschaft zu seiner Frau gereist war, die "Löwen" zum ersten Erfolg in der "best of five"-Serie. Dennoch warnte der Held des Tages mit Blick auf Spiel vier am Sonntag: "Wir liegen noch immer 1:2 hinten. Jetzt müssen wir unbedingt in Mannheim gewinnen."
Wie Meister Frankfurt steht auch Geheimfavorit ERC Ingolstadt vor dem vierten Halbfinale am Sonntag gegen die Eisbären Berlin mit dem Rücken zur Wand. "Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir am Sonntag", meinte NHL-Profi Marco Sturm aber nach der 2:4-Niederlage in Berlin und dem 1:2-Rückstand in der Serie trotzig.
Im Wellblechplast bewiesen Sturm und Co. zwar Moral, als sie nach 0:2 noch auf 2:2 ausglichen. "Aber dann haben wir unsere Chancen nicht genutzt", stellte Sturm fest, der trotz Schmerzen in seinem operierten Bein sein zweites Playoff-Tor erzielte. Am Sonntag können die Bayern vor eigenem Publikum wieder NHL-Profi Andy McDonald einsetzen, der am Donnerstag wegen einer Spieldauer-Disziplinarstrafe zuschauen musste. Der gesperrte Cameron Mann sowie die verletzten Günter Oswald und Christoph Melischko fehlen jedoch weiterhin.
Busch war Berlins Matchwinner
Matchwinner für Berlin war ausgerechnet Florian Busch. Der 20-Jährige, der zuletzt im September 2003 ein DEL-Tor erzielt hatte, sorgte nach 569 Tagen ohne Treffer mit dem 4:2 vier Minuten vor Schluss für die Entscheidung. "Die Mitspieler haben schon geflachst, ich würde nie das Tor treffen", sagte Busch und fügte an: "Jetzt sind alle heiß. Ich glaube, dass wir am Sonntag alles klar machen."
Dann müssen die Berliner allerdings etwas engagierter zu Werke gehen als über weite Strecken am Donnerstag. "Was wir im zweiten Drittel gemacht haben, habe ich überhaupt nicht verstanden", kritisierte Eisbären-Coach Pierre Page die Passivität seines Teams: "Da hätten wir uns besser ein Ticket kaufen und uns auf die Tribüne setzen können."
In der Zuschauerrolle befand sich auch Meister Frankfurt im Schlussdrittel, als die Mannheimer nach 0:4-Rückstand noch auf 3:4 verkürzten. Der überragende Jochen Hecht, der zwei Tore erzielte und ein weiteres vorbereitete, verpasste Sekunden vor der Schlusssirene knapp den Ausgleich.
Druck jetzt auf Mannheim?
"Jetzt ist der Druck wieder auf Mannheim", behauptete Lions-Trainer Rich Chernomaz und löste damit ein amüsantes Zwiegespräch mit Adler-Coach Richer aus. "Wir waren nur Sechster in der Vorrunde, ihr Erster", konterte der Mannheimer, in der Vorsaison noch Assistent von Chernomaz in Frankfurt. "Ihr habt aber die teuerste Truppe der Liga", entgegnete Chernomaz, sein Freund Richer hatte erneut einen Konter parat: "Frankfurt dafür den teuersten Trainer.
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