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Zuschauer-Weltrekord angepeilt: Eishockey-WM startet auf Schalke

VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 16.12.2008 - 09:07

Gelsenkirchen (RP). Auf dem Podium sitzt so etwas wie die letzte Rettung. Eine Runde von Herren über 40 stellt ihre Visionen vor, wie sich Deutschland der Welt als Eishockey-Hochburg präsentieren soll. In zwei Jahren soll das geschehen, wenn die WM hier zu Lande ausgetragen wird.

Genauer gesagt an den Standorten Mannheim und Köln. Seit gestern ist eine weitere Spielstätte dazugekommen. Die Arena auf Schalke. Fassungsvermögen im umgebauten Zustand 76.000 Zuschauer. Sollten so viele Fans tatsächlich am 9. Mai 2010 den Weg nach Gelsenkirchen zum Eröffnungsspiel finden, dann hätte der Verband damit einen Weltrekord aufgestellt.

Die Arena, die bei Bundesliga-Begegnungen rund 62.000 Zuschauer fasst und in der auch schon Handballpartien und Biathlon-Rennen stattfanden, soll nach einer achttägigen Umgestaltung die zusätzlichen Sitzplätze im Innenraum bieten. Für die mobilen Tribünen wird der Rasen herausgefahren.

Für die bisherige Bestmarke bei einer Eishockey-Partie sorgten 74.554 Besucher, die im Oktober 2001 das College-Duell zwischen den Uni-Teams von Michigan und Michigan State im Football Stadium von Lansing verfolgten. Tickets für den Rekordversuch in Deutschland soll es bereits ab 19 Euro geben.

Der Vorverkauf beginnt am 30. Januar. Damit auch kräftig Werbung fürs Spektakel gemacht wird, haben die Organisatoren prominente Botschafter verpflichtet – darunter Olaf Thon und Philipp Lahm.

Ab jetzt, das ist indes wohl die wichtigste Aussage an diesem Mittag, soll im deutschen Eishockey alles besser werden. Und alles wird klappen. René Fasel ist ins Ruhrgebiet gekommen, der Präsident des Eishockey-Weltverbands IIHF, Uwe Harnos, Präsident des DEB, ist ebenfalls vor Ort.

Es wird viel gelächelt, und die Rede ist von Visionen, von Leidenschaft, Gänsehaut und Vorfreude. Kurzum, am besten wäre jedes Jahr die WM in Deutschland. Dann würden sich die Funktionäre die Zeit dazwischen ersparen können, die eine etwas andere Realität widerspiegelt.

Da macht die Sportart in Deutschland vor allem durch Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Zuschauerrückgang, ein etwas lascher Umgang mit dem Thema Doping und zahlreiche Änderungen am Modus, dass selbst hartgesottene Anhänger den Überblick verloren haben.

„Wir Deutschen neigen dazu, erst mal alles schlecht zu machen“, sagt Jurist Harnos. „Jetzt freuen wir uns einfach mal auf das Ereignis und ziehen alle am gleichen Strang.“

Bleibt der Blick in die Zukunft. Als Gegner des DEB-Teams beim Gipfeltreffen auf Schalke kommen Kanada, Russland, Schweden, Finnland oder die Tschechische Republik in Frage. Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp zeigt sich begeistert vom Projekt: „Ganz gleich, wer gegen uns antreten wird, an dieses Match erinnert sich jeder Beteiligte für den Rest seines Lebens. Jeder wird sich zerreißen, dabei sein zu dürfen.“

Quelle: RP

 
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