Eishockey-WM: Kalinka statt Viva Colonia
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 - 09:58Köln (RPO). „Kalinka, Kalinka“, schallte es auf dem Willy-Brandt-Platz vor der Köln-Arena aus den Lautsprechern. Die russischen Fans feierten am Samstag den 36. WM-Sieg ihrer Mannschaft über Deutschland auf der anschließenden Fan-Party bis weit nach Mitternacht.
Ausgelassen tanzte eine kleine Gruppe junger Russen Kasatschock und wurde dabei von einigen deutschen Fans lautstark angefeuert. Hier und da fiel einer der Hobby-Kosaken auf seinen Allerwertesten. Das lag in erster Linie am Kölsch, von dem die Russen schon während des Spiels kaum genug bekommen konnten.
Arena wird zur Russendisko
Das russische Volkslied Kalinka übertönte auch in der Arena meist die Kölner Hymne Viva Colonia. Die gut 6000 Fans des amtierenden Weltmeisters bildeten unter den 18.343 Zuschauern mit ihrem Flaggenmeer und den lautstarken „Scheibu-Scheibu-Rufen“ eine starke Front. Und wenn ihr Superstar Alexander Owetschkin im deutschen Drittel an der Scheibe war, ging ein Raunen durch ihre Reihen.
Nach dem gigantischen Eröffnungsspektakel „Auf Schalke“ war der Zwischenrunden-Auftakt der DEB-Auswahl der zweite WM-Höhepunkt auf deutschem Eis. Zu der großartigen Stimmung gesellte sich ein überraschend spannendes Match. Wer hätte vorher schon nur einen Cent darauf gewettet, dass Deutschland bis zur letzten Sekunde einem Unentschieden nach 60 Minuten nahe war.
Noch WM-Tickets zu haben
Für die beiden noch ausstehenden Zwischenrunden-Partien der deutschen Mannschaft in Köln sind noch Restkarten verfügbar. Für das Spiel am heutigen Sonntag (20.15 Uhr) gegen Weißrussland sind noch 3.500 Tickets erhältlich.
Für den “Super-Dienstag” mit den Partien Slowakei – Deutschland (16.15 Uhr) und Russland – Finnland (20.15 Uhr) sind sogar noch rund 5.300 Karten im Verkauf.
Tickets gibt es vor Ort .
Den letzten Schuss auf das russische Tor feuerte Christian Ehrhoff ab. Das war symbolisch für den Auftritt des NHL-Verteidigers aus Vancouver. 48 Stunden nach seinem Eintreffen gingen fast alle gefährlichen Situationen vor dem russischen Tor von ihm aus. Den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte der gebürtige Moerser, der 2003 mit den Krefeld Pinguinen in der Köln-Arena Deutscher Meister wurde, in der Manier eines abgezockten Torjägers. Freuen wollte sich der Dollar-Millionär von der kanadischen Westküste darüber nicht: „Wenn man gegen Russland so nah dran ist und verliert, überwiegt die Enttäuschung. Heute war für uns viel mehr drin.“
"Dafür können wir uns nichts kaufen"
Mit taktischer Disziplin, viel Kampfgeist und großer Laufbereitschaft boten die Deutschen dem 25-maligen Weltmeister großartig Paroli. „Wir haben heute gesehen, dass wir in diesem Turnier gegen jede Mannschaft bestehen können. Dafür können wir uns aber nichts kaufen. Wir müssen jetzt anfangen zu punkten“, sagte Verteidiger Sven Butenschön.
Dass sich die Mannschaft gegen die Russen vielleicht zu sehr ins Zeug legte und dadurch am heutigen Sonntag gegen Weißrussland (20.15 Uhr/Live-Ticker) müde ist, glaubt Patrick Hager nicht. „Wir sind eine junge und hungrige Mannschaft die ins Viertelfinale will. Mental und körperlich sind wir fit“, sagte der jüngste Nationalspieler. Vom Viertelfinale wollte Bundestrainer Uwe Krupp hinterher „nicht sprechen“: „Wir dürfen uns von den Schulterklopfern nicht ablenken lassen und müssen uns noch steigern.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







