Sportpresseball in Frankfurt: Große Ehre für Heiner Brand
zuletzt aktualisiert: 11.11.2007 - 12:20Frankfurt/Main (RPO). Deutschlands Handball-Nationaltrainer ist beim 26. Sportpresseball in Frankfurt am Main als "Legende des Sports" für sein Lebenswerk geehrt worden. Auch die "Eagles" durften sich freuen.
Kaum war Heiner Brand in einer rauschenden Ballnacht endgültig und hochoffiziell zur Legende geworden, verriet der Handball-Bundestrainer eines der letzten Geheimnisse des Wintermärchens. "Nach dem gewonnenen WM-Finale gegen Polen bin ich auf das Spielfeld gelaufen und habe zu Christian Schwarzer gesagt, eigentlich müsste ich jetzt aufhören", erzählte Brand, blickte kurz auf seine neue Trophäe und schmunzelte auf die ihm ganz eigene Weise.
Kurz zuvor war der 55-jährige Gummersbacher beim 26. Sportpresseball in Frankfurt/Main von Hessens Innenminister Volker Bouffier als "Legende des Sports" für sein Lebenswerk geehrt worden. Ungeachtet des neuen Titels will der mit einer wohltuenden Nüchternheit ausgestattete Brand weiter an seiner einmaligen Erfolgsgeschichte schreiben. Vor zwei Wochen hatte der "Beckenbauer des Handballs", der als bislang einziger in seinem Sport als Spieler (1978) und Trainer (2007) Weltmeister wurde, seinen Vertrag bis 2013 verlängert.
Im Großen Saal der Frankfurter Alten Oper sorgte aber vor allem der Blick zurück für große Emotionen. Als zwischen dem Hauptgang mit gebratener Entenbrust, Schupfnudeln und Bratapfelrotkraut und dem Himbeermousse-Dessert in der Schokoladenträne die schönsten WM-Bilder der deutschen Gold-Handballer eingespielt wurden, gab es spontan stürmischen Applaus.
Brand, der noch zu später Stunde mit Gattin Christel und insgesamt 2800 Gästen die drei farbenfrohen Ballebenen der Oper erkundete, stellte mit stolz geschwellter Brust fest: "Die Namen dieser Weltmeister wird man so schnell nicht vergessen. Trotz der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit."
Der Name Brand jedenfalls ist spätestens nach dem deutschen Wintermärchen 2007 nicht nur in Sportlerkreisen allseits präsent. Laudator Bouffier lobte den 131-maligen Nationalspieler als einen der Großen des Sports, als Star ohne Allüren und beliebten, aber keinesfalls beliebigen Zeitgenossen.
Die Freude von Hobbygolfer Brand war dann auch groß, als der "The Eagles" Charity Golf Club, eine Vereinigung von Sportlern und Prominenten aus dem Showbusiness, das Rennen bei der Wahl zum "Sportler mit Herz" machte. Seit der Gründung des Vereins vor 14 Jahren haben die "Adler" mit karitativen Golf-Turnieren bereits mehr als neun Millionen Euro eingespielt und vornehmlich an Kinderhilfsprojekte gespendet.
Noch in diesem Jahr soll die Zehn-Millionen-Euro-Schallmauer durchbrochen werden. Dem Charity-Club gehören unter anderem Ski-Idol Rosi Mittermaier, der frühere Fußball-Nationaltorhüter Toni Schumacher, Schauspielerin Veronica Ferres und Komiker Otto Waalkes an.
"Eagles"-Mitbegründer Christian Neureuther ist immer noch fasziniert vom Spiel mit dem kleinen Ball. "Es gibt keine Sportart, mit der man so viel Gutes tun kann", sagte Neureuther, während seine Ski-Kollegin Christa Kinshofer relativierte: "Man denkt, man weiß, wie es geht. Dann schlägt man, aber der Ball landet irgendwo draußen. Dieser Sport kann schon sehr demütigend sein."
Der Erlös der Tombola des Sportpresseballs, bei dem Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung als Schirmherr fungierte, geht erneut an die Uwe-Seeler-Stiftung, die sich um unverschuldet in Not geratene Menschen kümmert.
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