Handball-WM: Deutsche Frauen deklassieren Paraguay
zuletzt aktualisiert: 03.12.2007 - 23:00Nantes (RPO). Deutschlands Handball-Frauen haben Paraguay bei der WM in Frankreich deklassiert. Einen Tag nach dem überraschend deutlichen Auftaktsieg (26:21) gegen den Olympiadritten Ukraine fertigte die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich die Südamerikanerinnen mit 45:12 (25:6) ab und feierte dabei den höchsten Erfolg ihrer Länderspielgeschichte.
Bislang stand das 34:9 gegen Argentinien bei der WM 1999 in Norwegen als bestes Ergebnis zu Buche.
Entsprechend zufrieden war Emrich nach dem Schützenfest: "Die Mannschaft hat die nötige Disziplin und Konstanz bewiesen, um so ein spiel zu bestreiten. Denn die Gefahr ist groß, dass man irgendwann beginnt Firlefanz zu spielen. Vor allem in der Abwehr und im Tor haben wir aber nicht nachgelassen."
Da anschließend auch der Olympiazweite Südkorea beim 26:25 (15:12) gegen die Ukraine sein zweites Spiel gewann, ist beiden Teams der Einzug in die nächste Runde nicht mehr zu nehmen. Im direkten Aufeinandertreffen zum Vorrundenabschluss am Dienstag geht es nun um den Sieg in der Gruppe F (18.00 Uhr). Bislang gab es in 13 Spielen gegen Südkorea neun Niederlagen und nur vier Siege für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB).
Vor rund 4000 Zuschauern in Nantes löste das mit Medaillenambitionen gestartete DHB-Team die leichteste Aufgabe in der wohl schwierigsten aller Vorrundengruppen mit viel Spielfreude und einem Gegenstoß-Tor nach dem anderen. Dabei konnte es sich Emrich locker leisten, DHB-Rekordtorschützin Grit Jurack, mit neun Treffern beste Werferin gegen die Ukraine, zu schonen.
Überhaupt nutzte Emrich im Gegensatz zum "existenziellen Sieg" (Emrich) gegen die Ukraine die Chance zu vielen Wechseln und gab auch der zweiten Reihe Spielpraxis. Im Tor durfte die Leverkusenerin Clara Woltering für Sabine Englert ran. Den ersten Ball musste Woltering nach knapp elf Minuten und dem 1:9 der Mannschaft aus Paraguay aus dem Netz holen. Nicht ganz im Minutentakt ging es dann mit schnellen deutschen Treffern gegen den völlig überforderten Gegner weiter. Bereits gegen Südkorea hatte Paraguay zum Auftakt eine 12:50-Pleite kassiert.
Nach Platz sechs bei der WM 2005 und dem vierten Rang bei der EM 2006 will die deutsche Mannschaft in Frankreich endlich eine Medaille gewinnen. Zudem locken die Olympischen Spiele in Peking 2008, für die sich allerdings nur der Weltmeister direkt qualifiziert. Die Plätze zwei bis sieben berechtigen zur Teilnahme an einem von drei Qualifikationsturnieren im März 2008.
Favoriten setzten sich durch
In den weiteren Partien blieben Überraschungen weiter aus. Am zweiten Spieltag zogen die Favoriten um Gastgeber Frankreich in die Zwischenrunde ein, nur Titelverteidiger Russland und Europameister Norwegen können zumindest theoretisch noch scheitern. Für die Russinnen düfte nach dem 40:7 (22:4) gegen Australien und dem zweiten Sieg das Weiterkommen in der Gruppe B zum Vorrundenabschluss am Dienstag aber nur Formsache sein. Gleiches gilt für Norwegen, das 42:19 (18: 9) gegen die Dominikanische Republik gewann.
Frankreich setzte sich 31:20 (17:12) gegen Kasachstan durch und steht in der Gruppe A damit ebenso in der Hauptrunde wie Kroatien, das 35:18 (16:7) gegen Argentinien gewann. Medaillenkandidat Rumänien siegte wie erwartet 39:21 (17:11) gegen Tunesien und geht aus der Gruppe D gemeinsam mit Polen (27:20 gegen China) in die Hauptrunde. Die hoch eingeschätzten Ungarinnen kamen durch ein 33:20 (18:9) gegen Kongo in der Gruppe E ebenso weiter wie Spanien mit einem 36:29 (15:17) gegen Japan.
Zu den bislang acht Mannschaften, die sicher in der am 6. Dezember beginnenden Hauptrunde stehen, gehören aus der Gruppe F zudem nach den jeweils zweiten Siegen auch Deutschland und Südkorea.
Statistik:
Deutschland - Paraguay 45:12 (25:6). - Tore: Maike Brückmann (TSG Ketsch/6), Mandy Hering (Frankfurter HC/6), Nora Reiche (Viborg HK/Dänemark/6/2), Nadine Härdter (Thüringer HC/5), Nadine Krause (FC Kopenhagen/Dänemark/5/2), Anna Loerper (Bayer Leverkusen/4), Kathrin Blacha (Thüringer HC/3), Maren Baumbach (FC Kopenhagen/Dänemark/3), Anne Müller (Bayer Leverkusen/3), Stefanie Melbeck (KIF Kolding/Dänemark/2), Susann Müller (HC Leipzig/2/1) für Deutschland - Beste Werferinnen für Paraguay: Faria (3), Cristaldo (3), Chovo (3). - Zuschauer in Nantes: 4000
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