Handball-Länderspiel in Hamm: Kantersieg zum Jahresausklang
VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 00:04Hamm (RPO). 24 Stunden nach dem 28:20-Sieg in Münster gewann die Handball-Nationalmannschaft der Männer auch das zweite Duell gegen die vom ehemaligen Bundesliga-Trainer Iouri Chevtsov betreuten Auswahl Weißrusslands. Vor 2700 Zuschauern (ausverkauft) setzte sich der WM-Fünfte gegen die überforderten Gäste mit 36:24 (20:11) durch.
Eigentlich wollte Bundestrainer Heiner Brand, der 30 Spieler eingeladen hatte, mit zwei verschiedenen Teams antreten. Nachdem Christian Sprenger, Sven-Sören Christophersen und Steffen Fäth wegen Verletzung für die Partie in Münster abgesagt hatten, war auch das zweite Team nicht komplett.
Steffen Weinhold (Leistenzerrung) und Manuel Späth, der beim Training am Vormittag mit dem Fuß umknickte, saßen nur auf der Tribüne. Deshalb setzte Brand beim Testlauf für die EM-Endrunde in Österreich (19. bis 31. Januar) nur 13 Spieler ein, wobei Lars Kaufmann, Patrick Groetzki und Stefan Kneer auch schon in Münster dabei waren.
Deutschland - Weißrussland 36:24 (20:11)
Tore für Deutschland: Gensheimer (8/4), Kaufmann (7), Müller (6), Schöne (3), Flohr (3), Heinl (3), Haaß (2), Oprea (1), Salzer (1), Kneer (1), Groetzki (1) - Bester Werfer bei Weißrussland: Baranau (6)
Zuschauer in Hamm: 2700 (ausverkauft).
Und Kaufmann bewies einmal mehr, welch positive Entwicklung er gemacht hat. Erstmals war der Göppinger als Teamkapitän dabei, überzeugte in der Abwehr und mit seinen Gewaltwürfen. Mit sieben Treffern war der Göppinger, in Münster noch erfolgreichster Werfer, diesmal aber nur zweitbeste Schütze der Gastgeber. Übertroffen wurde der Rückraum-Hüne von Linksaußen Uwe Gensheimer, der einmal mehr erfolgreich war.
Die Fans in Hamm erlebten Spieler im Nationaldress, die zwar zum vorläufigen 28er-Kader gehören werden, den Brand am 15. Dezember nominieren muss. Eines der 16 EM-Tickets werden aber nur wenige lösen. Brand wollte sich einen Überblick verschaffen, doch seine Stammformation war in Münster am Ball. Eines wurde aber gestern in der Halle des Zweitliga-Spitzenreiters Hamm deutlich. Im Tor hat Brand die geringsten Sorgen. Carsten Lichtlein und Johannes Bitter hatten vorgelegt, Silvio Heinevetter und Niko Kartsigiannis zogen gestern nach.
Die letzten beiden Minuten erlebten die Besucher im Stehen. Sie feierten die deutsche Mannschaft, die mit einem Zwischenspurt von 12:10 (21.) zum 20:11 (30.) klare Verhältnisse geschaffen und sich beim 26:13 den größten Vorsprung erarbeitet hatte. Und als Rechstaußen Patrick Groetzki ganze 18 Sekunden vor Schluss erfolgreich war, hatte sich jeder deutsche Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen.
Nun haben erst mal wieder die Vereine den Vorrang. Am 3. Januar trifft man sich dann Herrsching am Ammersee – dort, wo zwei Jahre zuvor die Basis zum WM-Triumph gelegt worden war.
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