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Handball-Bundesliga: Kiel vs. Hamburg – es geht ums Prestige

zuletzt aktualisiert: 19.04.2011 - 18:44

Hamburg (RPO). Für Tabellenführer HSV Hamburg geht es um den ersten Meistertitel, für Rekord-Champion THW Kiel nur noch ums Prestige. Zwei Heimniederlagen der "Zebras" nacheinander haben dem Handball-Gipfel im hohen Norden ein wenig die Brisanz genommen - aber nur ein wenig.

Der Erzrivale gratuliert schon, Bundestrainer Heiner Brand glaubt fest an den Titel, nur beim HSV Hamburg will man von der ersten deutschen Handball-Meisterschaft noch nichts wissen. "Es ist eine schöne Konstellation, jetzt beim THW anzutreten, dennoch: Wir wollen deutscher Meister werden, aber wir sind es noch nicht", sagt HSV-Trainer Martin Schwalb vor dem Bundesliga-Gipfel beim THW Kiel am Mittwoch (20.15 Uhr/Sport1).

Bei sieben Minuspunkten Vorsprung können sich die Gäste durchaus eine Niederlage in der THW-Halle an der Ostsee erlauben. Zu instabil agierte in dieser Saison der Abonnements-Meister von der Förde, zuletzt kassierte man zwei Heimniederlagen nacheinander, erstmals seit 32 Jahren.

Respekt für den HSV

Und so muss der erfolgsverwöhnte THW-Coach Alfred Gislason anerkennen: "Wer nur vier Minuspunkte hat, der ist einfach sehr gut. Der HSV hat den Titel einfach verdient, für die Liga ist es gut, wenn auch mal eine andere Mannschaft Meister wird."

Auch Brand, der die mit 10.250 Zuschauern ausverkaufte Partie vor dem heimischen Fernseher verfolgen wird, ist sich sicher, dass die Hanseaten ihren Vorsprung nicht mehr verspielen: "Sie haben in den letzten Jahren einige Chancen liegenlassen. Diese sicher nicht. " Noch im vergangenen Jahr ging das entscheidende Heimspiel gegen den THW verloren, der Rekordmeister holte sich in der Hansestadt seinen 17. nationalen Titel.

Von einer solchen Erfolgsgeschichte sind die Hamburger natürlich noch weit entfernt, auch bei den direkten Duellen liegt Kiel mit einer Gesamtbilanz von 10 Siegen bei 4 Unentschieden und nur 3 Niederlagen deutlich vorn. Das weiß auch Schwalb, der beim HSV in der neuen Saison die Trainerbank mit dem Sessel des Geschäftsführers tauschen wird.

Kiel muss nach hinten schauen

"Unser Weg ist mit dem des THW nicht zu vergleichen. Die Kieler haben eine ungeheure Konstanz, die muss man sich über Jahre hinweg erst erarbeiten", sagt der Ex-Nationalspieler. Denn erst seit 2002 spielt der HSV dank der Lizenzübernahme vom VfL Bad Schwartau in der Handball-Bundesliga.

Die Gastgeber müssen in der Tabelle sogar nach hinten schauen, denn mit den Rhein-Neckar Löwen und den Füchsen Berlin gibt es immer noch zwei Konkurrenten im Kampf um Vize-Meisterschaft und direkte Champions-League-Qualifikation. Gislason: "Da muss man Realist bleiben."

Immerhin: Seine Mannschaft steht noch im Viertelfinale der Königsklasse und hat sich, im Gegensatz zum HSV, zusätzlich auch noch für das Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal am 7./8. Mai in Hamburg qualifiziert.

Quelle: SID/rüb

 
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