Remis gegen Olympiasieger Dänemark: WM-Auftakt-Coup für deutsche Handballerinnen
zuletzt aktualisiert: 02.12.2003 - 22:49Cakovec (rpo). Die deutschen Handballfrauen sind am Dienstagabend mit einem 20:20 (14:11) gegen Olympiasieger Dänemark in die Weltmeisterschaft in Kroatien gestartet.
Deutschlands Handballerinnen sind mit einer Überraschung in die Weltmeisterschaft in Kroatien gestartet. Das Team von Bundestrainer Ekke Hoffmann erkämpfte sich zum Auftakt gegen den amtierenden Olympiasieger und Europameister Dänemark ein 20:20 (11:8) und machte einen großen Schritt Richtung Olympia 2004. Vor 850 Zuschauern in Cakovec machten Grit Jurack (Leipzig) mit vier Toren sowie Melanie Schliecker und Susanne Henze (beide Buxtehude) mit jeweils drei Treffern als beste deutsche Werferinnen den gelungenen Start perfekt. Die Punkteteilung rettete Torhüterin Sabine Englert (Leverkusen) mit einem gehaltenen Siebenmeter 70 Sekunden vor dem Ende.
"Ich habe immer gesagt, dass wir mit jedem Gegner mithalten können. In unserer Mannschaft steckt viel Potenzial", kommentierte Spielführerin Heike Schmidt (Oldenburg) den Coup gegen den Titelanwärter. Bereits am Mittwoch (19.00 Uhr) hat die deutsche Mannschaft im Duell mit dem Olympiazweiten Ungarn eine weitere Chance, sich als Favoritenschreck zu erweisen und weitere Punkte für das Traumziel Olympia zu sammeln. Nur die ersten Fünf der WM lösen das Ticket für die Sommerspiele im kommenden Jahr in Athen. "Für uns hat jede Partie Endspielcharakter", betonte Hoffmann. Die Ungarinnen gaben sich beim 43:25 gegen die Elfenbeinküste keine Blöße.
Gegen den Doppel-Olympiasieger aus Dänemark zeigte die deutsche Auswahl zu Beginn eine konzentrierte Abwehrleistung und konnte sich in einer über weite Strecken ausgeglichenen ersten Halbzeit auf ihre gut aufgelegte Torhüterin Sylvia Harlander (Nürnberg) verlassen. Trotz einer erneut mangelhaften Chancenverwertung und zwei verworfener Siebenmeter ließ die DHB-Auswahl den Favoriten nie davonziehen und ging dank eines vierminütigen Zwischenspurts von 8:8 (25.) auf 11:8 (29.) mit einer Führung in die Kabine.
Auch nach dem Wechsel überzeugte die Hoffmann-Sieben und erspielte sich erneut einen Drei-Tore-Vorsprung (18:15/48.), doch Dänemark holte dank seiner Routine auf. In der Vorrundengruppe D muss Deutschland mindestens Dritter werden, um den Sprung in die Hauptrunde (ab 9. Dezember) zu schaffen. Weitere Gegner sind am Donnerstag Asienmeister China, am Samstag die Elfenbeinküste und am Sonntag Slowenien.
Für Ernüchterung hatte im Vorfeld der Auftaktpartie die spartanische Unterbringung gesorgt. Weniger als acht Quadratmeter misst ein Doppelzimmer im Mannschaftsquartier "Hotel Park" in Cakovec. "Das ist einer WM nicht entsprechend", polterte Hoffmann. Der Weltverband IHF entschuldigte sich bereits und führte die Mängel auf die kurze Vorbereitungszeit des Gastgebers zurück. Kroatien war vor anderthalb Jahren als Ersatz für die Niederlande eingesprungen, die die WM aus organisatorischen Gründen zurückgegeben hatten.
Seiner Favoritenrolle wurde zum Auftakt Titelverteidiger Russland gerecht, der den früheren Olympiasieger Südkorea mit 28:27 bezwang. Dagegen patzte der WM-Zweite Norwegen bei der 29:30-Pleite gegen die Ukraine.
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