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Härtetests für deutsche Handballer: Kampf um die letzten WM-Tickets

zuletzt aktualisiert: 07.01.2011 - 09:59

Köln/Reykjavik (RPO). Die deutschen Handballer bestreiten auf Island ihre abschließenden beiden Spiele vor der WM in Schweden. Dabei stehen für Bundestrainer Heiner Brand wichtige Personalentscheidungen an.

Härtetest für Rückraum-Ass Holger Glandorf, letzte Chance für die Wackelkandidaten: Die deutschen Handballer wollen sich bei den abschließenden beiden Testspielen auf Island den Feinschliff für die WM holen. Danach muss Bundestrainer Heiner Brand wichtige Personalentscheidungen treffen.

"In die endgültige Entscheidung, wer bei der WM in Schweden im Kader steht, werde ich die Erfahrungen aus diesen beiden Länderspielen mit einfließen lassen", sagte Brand vor den Begegnungen am Freitag (19.45 Uhr) und Samstag (18.00) in Reykjavik gegen den Olympiazweiten. Sein derzeit 19 Spieler umfassendes Aufgebot muss er bis zum 14. Januar auf 16 Akteure reduzieren.

Glandorf wird erstmals seit seiner Knieoperation Mitte Dezember ein ernsthaftes Spiel bestreiten. Brand hat dem Lemgoer für den Saisonhöhepunkt (13. bis 30. Januar) einen Freifahrtsschein ausgestellt, wenn das Knie halten sollte. "Steht Holger Glandorf die Spiele problemlos durch, ist er dabei", sagte Brand. Steffen Weinhold vom TV Großwallstadt wurde trotz seiner guten Leistung im Test gegen Schweden (28:23) am vergangenen Montag in Hamburg für Glandorf aus dem Kader für Island gestrichen.

Offen ist weiterhin die Situation auf der Linksaußenposition. Mit Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Torsten Jansen (HSV Hamburg) und Dominik Klein (THW Kiel) gibt es drei Kandidaten für zwei Plätze. Gensheimer und Klein haben am Donnerstag die Reise nach Island angetreten, Routinier Jansen musste etwas überraschend zu Hause bleiben. "Bei Klein und den anderen werde ich ganz genau hinsehen", sagte der Bundestrainer, der sich zudem im linken Rückraum neben dem gesetzten Kapitän Pascal Hens (Hamburg) für Lars Kaufmann (Göppingen) oder Sven-Sören Christophersen (Berlin) entscheiden muss.

Die beiden Begegnungen kommen Brand und der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) eigentlich überhaupt nicht gelegen. Die Zeit sei schon relativ knapp. Durch die Rückspielverpflichtung in Island sei es ein gedrängtes Programm. Da könne man nicht alle Ideen, die man habe, verwirklichen, so Brand.

Brand will einiges ausprobieren

Seit dem 2. Januar bereitet der Gummersbacher den EM-Zehnten im Trainingslager in Ahrensburg auf die WM vor. Nach der guten Leistung gegen Schweden will sich das Team nun weiteres Selbstvertrauen holen. "Wir müssen in diesen Spielen einen Schritt weiterkommen. Wir werden aber auch einige Dinge probieren, um im Ernstfall Alternativen zu haben. Island ist ein Team, das sich in der Weltspitze etabliert hat. Das ist eine große Herausforderung für uns", sagte Brand.

So deutete Brand bereits an, dass er Christophersen auch mal auf der Spielmacherposition testen möchte. Auch bei den drei Torhütern Johannes Bitter (Hamburg), Silvio Heinevetter (Berlin) und Carsten Lichtlein (Lemgo) wird es ein munteres Wechselspiel geben.

Spielmacher Michael Kraus will seine starke Form aus dem Schweden-Spiel bestätigen und sich weiter in WM-Form bringen. "Mit Island kommt aber ein richtiger Brocken auf uns zu", meinte Kraus.

Bei der WM trifft die DHB-Auswahl am 14. Januar in ihrem ersten Spiel auf Ägypten. Weitere Vorrundengegner sind Titelverteidiger Frankreich, Ex-Weltmeister Spanien, Tunesien und Außenseiter Bahrain. Die ersten drei Mannschaften ziehen in die Hauptrunde ein.

Quelle: SID/seeg

 
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