Medaillenhoffnung: Deutschland baut auf Ariane Friedrich
zuletzt aktualisiert: 15.08.2009 - 10:58Berlin (RP). Schwere Männer und Frauen könnten dafür sorgen, dass bei der WM in Berlin schon früh die Leichtigkeit und Fröhlichkeit einzieht, die sich der Deutsche Leichtathletik-Verband erhofft. Für Kugelstoßer Ralf Bartels (135 Kilogramm) muss heute schon alles glatt laufen, will er das erste Edelmetall für das 90-köpfige deutsche Team holen.
Bessere Chancen hat seine 45 Kilo leichtere Kollegin Nadine Kleinert, die erst am Sonntag dran ist, aber nur um den Platz hinter der seit September 2007 ungeschlagenen Neuseeländerin Valerie Vili kämpft. Die größte Goldhoffnung, Irinia Mikitenko, hatte wenige Tage vor den Titelkämpfen abgesagt. Die Marathon-Favoritin war nach dem Tod ihres Vaters nicht mehr in der Lage, sich auf das Rennen an ihrem 37. Geburtstag zu konzentrieren.
In den kommenden neun Tagen entscheidet sich die Zukunft der deutschen Leichtathletik, ob sie weiter so im Fernsehen präsent sein wird, oder ob sie in einer Nische verschwindet. "Wir haben hier eine einmalige Chance, aber auch die Verpflichtung, uns Popularität zurück zu holen. Wichtig ist, dass unsere Athleten nicht nur sympathisch, sondern auch erfolgreich auftreten", betonte Verbands-Boss Clemens Prokop. Wie viele Medaillen und in welcher Farbe, darauf wollte er sich aber nicht festlegen. "Es gibt Sternstunden, auch ohne Gold. Etwa Frank Busemann, der vor 13 Jahren Silber gewann beim olympischen Zehnkampf in Atlanta. Es muss ein Ereignis sein, das Lust auf die Leichtathletik macht."
Sieben Medaillen, wie bei der WM 2007 in Osaka, wären ein Traum. Das Olympia-Trauma von Peking (einmal Bronze) soll und darf sich nicht wiederholen. Ob es aber wirklich "eine Menge Deutsche mit strahlenden Gesichtern" gibt, wie von Sportdirektor Jürgen Mallow angekündigt, ist ungewiss. Die größten Chancen hat Hochspringerin Ariane Friedrich, die sich körperlich und nervlich fit fühlt für das Duell am Donnerstag mit Titelverteidigerin Blanka Vlasic (Kroatien). Zwei Tage später ruhen die Hoffnungen auf der WM-Zweiten Christina Obergföll und der 37-jährigen Steffi Nerius. "Die Form kommt zurück", sagte Obergföll, deren Speerwurf-Technik zuletzt unter den Folgen von Verletzungen litt.
Mit der Berliner Luft möchte Diskuswurf-Vizeweltmeister Robert Harting den seit 27 Wettkämpfen unbesiegten Weltmeister und Olympiasieger Gerd Kanter (Estland), aber auch Altmeister Virgilijus Alekna (Lettland), schlagen. Der Lokalmatador, in diesem Jahr bislang "nur" die Nummer fünf weltweit, ist der heißeste Medaillentipp bei den Männern. Vielleicht sorgen auch andere für die Sternstunden. Einen Busemann hatte 1996 auch niemand auf seiner Rechnung.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







