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Leichtathletik-WM in Berlin: Ex-Doper Bortschin erster Weltmeister

zuletzt aktualisiert: 15.08.2009 - 15:11

Berlin (RPO). Sie eröffnen traditionell die Weltmeisterschaften – und stellen somit auch die ersten Weltmeister. Bei der Leichathletik-WM in Berlin hat der Geher Waleri Bortschin die erste der 47 zu vergebenen Goldmedaillen gewonnen.

Sieger: Der Russe Walerij Bortschin gewann Gold im Gehen.  Foto: AP, AP
Sieger: Der Russe Walerij Bortschin gewann Gold im Gehen. Foto: AP, AP

Der 2005 wegen Dopings gesperrte Russe gewann beim Auftakt der 12. Leichtathletik-WM. Der Olympiasieger von Peking, 2005 wegen der Einnahme von Ephedrin gesperrt, triumphierte in 1:18:41 Stunden vor Tausenden Zuschauern über 20 km mit Start und Ziel am Brandenburger Tor. Silber gewann Hao Wang (China) in 1:19:06, Bronze Eder Sanchez (Mexiko) in 1:19:22. Für den Berliner Lokalmatador Andre Höhe endeten die Medaillenträume jäh: Rang 14 in 1:21:59 Stunden.

Die 15.000 Zuschauer im während der WM 56.000 Besucher fassenden Olympiastadion hatten durch den 3000-m-Hindernisrekord von Antje Möldner (Potsdam) in 9:21,73 Minuten bereits vor dem ersten großen Auftritt von Sprint-Star Usain Bolt Grund zum Jubel. Der Jamaikaner, Weltrekordler in 9,69 und in diesem Jahr 9,79 gesprintet, verschwand nach dem Vorlaufsieg in ganz locker herausgelaufenen 10,20 wortlos in den Katakomben des Stadions.

Dreifach-Weltmeister Tyson Gay (USA) war bei ebenfalls mit Gegenwind erzielten 10,16 Schnellster der zwölf Vorläufe. Der Jahres-Weltbeste (9,77) meinte wenige Stunden vor dem Zwischenlauf: "Meine Leiste schmerzt ein kleines bisschen. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und wollte keine unnötige Energie verschwenden."

Antje Möldner steigerte bereits im Vorlauf ihre Bestmarke vom 1. Juni (9:27,22) um rund fünfeinhalb Sekunden. "Dieser Rekord gibt Selbstvertrauen. Platz acht im Endlauf wäre mein Traum", meinte die frühere 1500-m-Läuferin, Vorlaufzweite hinter der russischen Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina (9:17,67). Möldner, die schlecht geschlafen hatte und am Morgen kaum etwas essen konnte, empfand den Druck größer als 2008 bei Olympia: "Man will mithelfen, dass die WM ein Erfolg wird. Die Stimmung hier war 1a, die letzten Meter waren geil."

Von insgesamt elf Deutschen erreichten sechs weitere die nächste Runde, vier scheiterten: Über 100 m kam nur Martin Keller (Chemnitz) in 10,35 Sekunden weiter, ebenfalls als Vierter scheiterte Tobias Unger (Kornwestheim/10,42), ähnlich zuvor Stefan Schwab (Schwarzenbek) als Fünfter in 10,50.

Im Kugelstoßen erreichten zwar Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) als Sechstbester der Qualifikation (20,41 m) und Europacupsieger Peter Sack (Leipzig/20,20) als Neunter das Finale am Abend. Doch der Chemnitzer U20-Weltmeister David Storl scheiterte mit für ihn mäßigen 19,19 m.

Auf der Strecke blieb mit indiskutablen 11,38 m beim einzigen halbwegs gelungenen Versuch Dreispringerin Katja Demut (Jena), die mit Saisonbestleistung (14,20) klar weitergekommen wäre. Das 400-m-Halbfinale am Sonntag erreichte Sorina Nwachukwu (Leverkusen) als Vorlaufdritte in 51,74. Souverän ins Hammerwurf-Finale am Montag kamen der deutsche Meister Sergej Litvinov (LG Frankfurt) mit guten 77,68 m als Vierter und der frühere WM-Vierte Markus Esser (Leverkusen) mit 76,81 m als Achter.

Auf dem Weg zu einer persönlichen Bestleistung, vielleicht sogar zu einer Medaille, befand sich nach zwei Siebenkampfdisziplinen Jennifer Oeser. Die Weltranglisten-Vierte war nach 13,60 Sekunden über 100 m Hürden und 1,83 m im Hochsprung mit 2049 Punkten Fünfte. Auf Rang 14 lag Julia Mächtig (Neubrandenburg/19,39) nach ebenfalls 1,83 m im Hochsprung, nur 15. war die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf (Paderborn/1910) nach mäßigem Auftakt. Führende war die britische Mitfavoritin Jennifer Ennis, die am Morgen mit hervorragenden 12,93 Sekunden über 100 m Hürden die erste aller Siegerinnen bei der WM gewesen war.

Bis zum 23. August kämpfen rund 2000 Athleten aus etwa 200 Nationen um 47 Titel und 141 Medaillen. Eines der größten Teams stellt dabei Gastgeber Deutschland mit 90 Athleten, Kapitänin ist die Speerwurf-Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg).

Quelle: SID/spo

 
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