Weltrekorde, WM-Titel, sportliche Dramen, Enttäuschungen und Überraschungen - wir haben für Sie die Tops und Flops der Leichtathletik-WM zusammengestellt.
USAIN BOLT: Die große Usain-Bolt-Show ging mit einer Woche Verspätung auf Sendung. Nach seinem Fehlstart-Fiasko im 100-m-Finale (siehe Flops) drehte der Supersprinter aus Jamaika am Schlusswochenende richtig auf und gewann sowohl über 200 m als auch mit der 4x100-m-Staffel in Weltrekordzeit seine WM-Goldmedaillen Nummer vier und fünf.
ROBERT HARTING: Das Knie wackelte, es hielt aber. Der Diskus-Riese aus Berlin hatte vor der WM große Töne gespuckt und eine Rente für Olympiasieger gefordert. Den Worten ließ Harting Taten folgen und verteidigte seinen Titel erfolgreich. Anschließend widmete er den Titel einem in Afghanistan gefallenen Freund. Große Geste eines großen Sportlers.
MATTHIAS DE ZORDO: Mit links zum Weltmeister. Nach Storl die zweite überraschende Goldmedaille eines Naturtalents. Im Gegensatz zur Speerwurf-Konkurrenz ist de Zordo weder besonders stark noch besonders fleißig. Aber immer "zu 150 Prozent da, wenn es drauf ankommt". Wenn es nicht drauf ankommt, darf's auch gerne ein Käffchen oder Bierchen mit den Freunden sein. Definitiv Deutschlands entspanntester Weltmeister.
SALLY PEARSON: Der australische Hürdenblitz sorgte für eine der absoluten Topleistungen in Daegu. Wie eine Nähmaschine tackerte sie durch den Hürdenwald und kam bei ihrem Goldlauf bis auf sieben Hundertstelsekunden an den 23 Jahre alten Weltrekord heran.
MARTINA STRUTZ: Zehn Kilo weniger auf den Rippen, dafür um einen Rekord und eine Silbermedaille schwerer. Die Stabhochsprung-Zweite hat in diesem Jahr fliegen gelernt und den deutschen Rekord in Daegu auf 4,80 Meter geschraubt. Für die freche Blondine mit den zahlreichen Tattoos ist nur noch der Himmel die Grenze.
OSCAR PISTORIUS: Der Blade Runner. Sein Start löste viele Diskussionen aus. Doch der Prothesenläufer war ein wichtiger Farbtupfer der Titelkämpfe und gewann mit seinem Sonnyboy-Image viele neue Fans. Sportlich blieb er im Rahmen seiner Möglichkeiten. Als Startläufer der Staffel im Halbfinale gewann er am Ende sogar noch eine Silbermedaille.
DAVID STORL: Das Babyface mit dem Killerinstinkt schockte die Kugelstoß-Elite und wurde mit 21 Jahren jüngster Weltmeister unter den Kolossen mit der Kugel. Das Bier für die Gold-Party musste allerdings erst ins Athletendorf geschmuggelt werden. Bei den nächsten Feierlichkeiten wird das Jahrhunderttalent besser vorbereitet sein.
EZEKIEL KEMBOI: Der schlanke 3000-m-Hindernis-Sieger legte nach seinem überlegenen Sieg eine flotte Sohle auf die blaue Tartanbahn und begeisterte die Fans im Stadion mit einem Tänzchen. Weil "mein Freund Usain nicht tanzen kann" hatte sich Kemboi zu dieser Showeinlage entschlossen. Davon inspiriert ließ auch sein Landsmann Abel Kirui nach dem überagenden Erfolg im Marathon die Hüften kreisen.
USAIN BOLT: Was für eine Aufregung, was für ein Fiasko. Die größte Nummer der Bolt-Gold-Show platzte wie eine Seifenblase, weil der schnellste Mann der Welt nicht nur schneller als sein Schatten, sondern auch schneller als die Starterpistole war. "Ihr sucht nach Tränen? Ich werdet keine finden", grollte Bolt und ging fünf Tage auf Tauchstation. Auch das Verlieren muss man lernen.
CHRISTINA OBERGFÖLL: Als die Konkurrentinnen ihre Speere in neue Sphären warfen, konnte die deutsche Goldhoffnung nur große Augen machen. Die waren anschließend voller Tränen, weil's noch nicht mal zu einer Medaille reichte. Wieder einmal war Obergföll eine große Hoffnung, die sich nicht erfüllt hat.
RAUL SPANK: Die weißen Socken passten nicht, und auch sonst lief beim deutschen Hochspringer nicht viel zusammen. Die angestrebte Medaille war kaum mehr als Wunschdenken, die bitteren Tränen dagegen Realität. Die Pressekonferenz am nächsten Tag sagte er wegen eines Infekts ab. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.
OSCAR PISTORIUS: Weil er nicht im Staffel-Finale laufen durfte, spielte der Blade Runner die beleidigte Leberwurst. Via Twitter ließ seine Fans wissen, dass er nach dem Silberlauf seiner Teamkameraden jetzt erstmal ins Bett gehe. Um anderntags nachzulegen, dass er einen Platz in der Staffel verdient hätte. Fairplay sieht anders aus.
JELENA ISSINBAJEWA: Die Stabhochsprung-Queen trägt keine Krone mehr. Zwar flog sie im Gegensatz zu ihrem "Salto nullo" von Berlin diesmal erfolgreich über die eine oder andere Latte, doch die einzige Fünf-Meter-Frau des Planeten ist nur noch Nebendarstellerin in der Flugschau der Konkurrenz.
NASTASSIA MIRONCHIK-IWANOWA: Die haarigste Geschichte der Titelkämpfe. Weil ihr schicker Pferdeschwanz einen Abdruck im Sand hinterlassen hatte, verpasste die Weißrussin die mögliche Goldmedaille. Mit Glatze wären es 6,90 gewesen, mit vollem Haar waren es nur 6,74 m und Platz vier.