Indianapolis: 13-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall
zuletzt aktualisiert: 29.08.2010 - 19:57Indianapolis (RPO). Der Grand Prix Im legendären "Nudeltopf"
von Indianapolis ist von einem schlimmen Unfall überschattet worden und hat den tollen zweiten Rang von Sandro Cortese in den Hintergrund gerückt.Nur ein schlechter Start verhinderte wohl den ersten Grand-Prix-Sieg des 20 Jahre alten Schwaben, der beim 92. Start aber zum zweiten Mal auf Rang zwei in der Klasse bis 125 ccm fuhr. Erstmals war ihm dies am 4. Oktober 2009 in Estoril/Portugal gelungen.
"Ich bin überglücklich. Das ganze Wochenende lief hervorragend", sagte Cortese auf der Pressekonferenz nach dem Rennen. Zu diesem Zeitpunkt wusste er aber noch nicht, dass es zuvor im Rahmenprogramm offenbar zu einem tödlichen Unfall gekommen war.
13-Jähriger überfahren
Das berichten der TV-Sender Sport1 und die Online-Ausgabe der amerikanischen Zeitung Indianapolis Star. Nach Angaben von Sport1 stürzte der erst 13 Jahre alte Amerikaner Peter Lenz in der Warm-Up-Runde des sogenannten USGPRU Moriwaki MD250H und wurde anschließend von einem nachfolgenden Piloten überfahren. Auf die geplante Schweigeminute wurde nach Angaben des TV-Senders verzichtet, da die Familie des Amerikaners noch nicht über den Tod unterrichtet worden war.
Der medizinische Direktor der Rennstrecke sagte in einer Pressemitteilung zunächst nur, der junge Rennfahrer habe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Auf der Facebook-Seite des 13-Jährigen wurde gegen 20 Uhr deutscher Zeit verkündet, Peter sei "bei dem, was er am liebsten tat, gestorben".
In der Moto2 blieb Stefan Bradl nach einem Wechselbad der Gefühle ohne Punkt. Der Suter-Pilot aus Zahling war zunächst in einen Massenstart verwickelt, durfte beim Neustart vor Vollendung der ersten Runde aber wieder eingreifen und stürzte nach gutem Start erneut. "Ich weiß langsam nicht mehr weiter", sagte Bradl, dem in dieser Saison schon häufiger das Glück fehlte: "Aber ich werde dran bleiben." Auch Arne Tode (Glauchau/Suter) blieb als 23. ohne WM-Zähler.
Cortese, von Rang vier aus ins Rennen gegangen, fiel vom vierten bis auf den elften Platz zurück, ehe er eine grandiose Aufholjagd startete. Lediglich der Spanier Nicolas Terol (Spanien/Aprilia) war nicht zu schlagen. In der WM-Wertung verbesserte sich Cortese auf den fünften Platz.
"Die ersten fünf, sechs Runden waren zäh, aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen und immer gewusst, dass ich heute auf jeden Fall vorne dabei sein werde", sagte der Derbi-Pilot aus Berkheim: "Dieses Ergebnis schraubt mein Selbstvertrauen brutal nach oben."
Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) schaffte nach seinem vierten Platz im letzten Rennen in Brünn als Neunter erneut eine Top-Ten-Platzierung. Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Honda) schied nach einem Sturz aus, er blieb unverletzt.
"Die Füße tun mir weh"
"Die Füße tun mir saumäßig weh, ansonsten geht es mir gut", sagte der Schützling des fünfmaligen Weltmeisters Toni Mang: "Beim Start war ich Vorletzter, dann hab ich teilweise fünf Fahrer in einer Runde überholt. Leider bin ich weggerutscht." Folger war erschöpft. "Es war so heiß, das war absolut am Limit. Ich hätte keine zwei Runden mehr gekonnt", sagte der 17-Jährige, der ankündigte, vor dem nächsten Rennen ins Fitnessstudio zu gehen.
Derweil spitzt sich der Kampf dreier Spanier um die WM-Krone zu. Marc Marquez (Derbi), der Zehnter wurde, führt mit 172 Punkten nur noch knapp vor Terol (168) und Pol Espargaro (Derbi/167), der in Indy Dritter wurde. In der Moto2 scheint dem Spanier Toni Elias (Moriwaki) der Titel nach seinem fünften Sieg und angesichts von 67 Punkten Vorsprung nicht mehr zu nehmen.
In der MotoGP hat Jorge Lorenzo (Spanien/Yamaha) nach seinem vierten Platz sogar noch 68 Punkte Vorsprung. Sein Landsmann und Verfolger Dani Pedrosa (Honda) zeigte mit seinem Sieg in Indianapolis aber, dass er den Titelkampf noch nicht aufgegeben hat.
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