Bruno Spengler Favorit am Nürburgring: Der letzte Hoffnungsträger von Mercedes
zuletzt aktualisiert: 06.08.2011 - 11:03Nürburgring (RPO). Was in der Formel 1 meilenweit entfernt scheint, ist für Mercedes in der DTM zum Greifen nah: ein Sieg aus eigener Kraft. Spitzenreiter Bruno Spengler geht als Favorit in den 6. Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Sonntag (14.00 Uhr).
Nur zwei Wochen nach dem Formel-1-Fiasko am Nürburgring haben die Stuttgarter noch eine Chance auf einen Heimsieg. Spengler ist der letzte Hoffnungsträger von Mercedes. "Der Nürburgring ist eine meiner Lieblingsstrecken", sagt der Kanadier. Zweimal gewann der 27-Jährige ein DTM-Rennen auf dem Traditionskurs (2006 und 2010).
Und auch in dieser Saison war er schon zweimal erfolgreich. Es waren die bislang einzigen Siege der Schwaben in dieser Saison. 2010 gelang Mercedes sogar ein dreifacher Erfolg in der Eifel. Hinter Spengler landeten der heutige Formel-1-Pilot Paul di Resta und dessen britischer Landsmann Gary Paffett auf den Plätzen zwei und drei.
Spengler fährt in der DTM vorneweg und wird ganz sicher nicht wie Michael Schumacher und Nico Rosberg überrundet werden. Wie in der Formel 1 soll es auch am Wochenende bei der DTM in der Eifel nasskalt werden. Das könnte für einige Ausrutscher und Überraschungen sorgen. Doch die Wetterprognosen lassen Spengler kalt: "Ich habe hier schon bei strahlendem Sonnenschein, aber auch im Regen gewonnen."
Audi-Pilot Tomczyk in Lauerstellung
Zur Saison-Halbzeit hat Spengler aber nur drei Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger Martin Tomczyk (Rosenheim). Und der Audi-Pilot hat ebenso wie Spengler zwei Rennen in dieser Saison gewonnen und ebenfalls zwei DTM-Siege auf dem Nürburgring eingefahren (2007 und 2009). Doch zuletzt war Spengler ein Tick schneller. Der Kanadier gewann auch das erster DTM-Rennen im Münchner Olympiastadion, allerdings gab es dafür keine Punkte, da es sich um eine Show-Veranstaltung handelte.
Auch Tomczyk gefällt die Rennstrecke in der Eifel. Er sei in den vergangenen Jahren immer sehr gern dort gefahren. Deshalb sagt er Spengler den Kampf an. Er freue sich sehr auf das Rennen und hoffe, dort die Tabellenführung zurückzuerobern, sagt der Audi-Pilot. Das wäre auch psychologisch enorm wichtig. Nach dem Gastspiel auf dem Nürburgring macht die DTM wie die Formel 1 eine Sommerpause. Das nächste Rennen findet erst am 4. September im englischen Brands Hatch statt.
Titelkandidat im "Gebrauchtwagen"
Für Wolfgang Ullrich ist Tomczyk zu einem echten Titelkandidaten gereift. "Martin ist bisher eine tolle Meisterschaft gefahren", sagt der Audi-Sportchef. Dabei hatte selbst Ullrich seinen Fahrer zu Saisonbeginn gar nicht auf der Rechnung. Schließlich muss Tomczyk mit einem "Gebrauchtwagen", einem Audi A4 Baujahr 2008, über die Runden kommen.
Dagegen sitzen seine prominenteren Markenkollegen wie die zweimaligen DTM-Champions Timo Scheider (Braubach) und Mattias Ekström (Schweden) in Rennwagen der aktuellen Baureihe. Doch in der Meisterschaft sehen sie gegen Tomczyk derzeit alt aus. Ekström ist mit nur elf Punkten bereits aus dem Titelrennen ausgeschieden. Und auch Scheider hat mit 24 Zähleren nur noch minimale Chancen.
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