DTM-Finale: Ekström will Vizemeisterschaft perfekt machen
zuletzt aktualisiert: 22.10.2011 - 10:22Hockenheim/Köln (RPO). Für den DTM-Titel kam seine Erfolgsserie zu spät, aber Mattias Ekström kann seine phänomenale zweite Saisonhälfte zumindest noch als "Vize" hinter seinem Freund Martin Tomczyk abschließen. Drei Siege und ein "freiwilliger" zweiter Platz in den letzten vier Rennen, 38 von 40 möglichen Punkten - keiner hatte in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in diesem Jahr so einen Lauf wie der Audi-Pilot aus Schweden, der aber in erster Linie sein Team im Blick hat.
"Der Vizetitel wäre zwar schön, ist aber auch nicht ganz so wichtig", sagte Ekström, der vor dem Saisonfinale am Sonntag in Hockenheim (14 Uhr/ARD) zwei Zähler hinter Mercedes-Pilot Bruno Spengler (Kanada) liegt: "Ein weiterer Sieg ist mein Ziel. Wenn es klappt, ist es gut. Ansonsten liegt mein Fokus auf der Teamwertung." In der hat Ekströms Truppe von Abt Sportsline fünf Punkte Vorsprung auf Spenglers HWA-Crew zu verteidigen.
Seinen persönlichen Triumph zum Jahresabschluss kann "Eki" auch noch am 4. Dezember feiern, wenn er in Düsseldorf zum vierten Mal beim Race of Champions ganz vorne landen würde. Im vorigen Jahr hatte das Multi-Talent wegen des zeitgleichen DTM-Finales in Shanghai seinen gegen Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher gewonnenen Titel von Peking 2009 nicht verteidigen können.
Den möglichen dritten DTM-Titel seiner Karriere hatte er schon im Sommer abschreiben müssen. Nach einem Handbruch in der Saisonvorbereitung war er zwar rechtzeitig zum Start in Hockenheim wieder fit geworden und hatte mit Rang zwei hinter Auftaktsieger Spengler auch einen guten Start erwischt. Doch danach hatte dem 33-Jährigen das richtige Händchen gefehlt.
Von vorne bis hinten falsch abgestimmt
Abstimmungsprobleme in Zandvoort und ein Ausrutscher im Regen-Qualifying in Spielberg bremsten Ekström, auf dem Lausitzring wurde er erneut wegen Handling-Problemen vom dritten auf den elften Rang durchgereicht. "Ich war vom Start bis ins Ziel viel zu langsam. Von vorne bis hinten falsch abgestimmt. Es gab Dinge, die nicht in meiner Entscheidung lagen, die ich nicht im Griff hatte", sagte er: "Da fragt man sich schon: Wieso klappt es jetzt, in der zweiten Saisonhälfte?"
In der war der Meister von 2004 und 2007 eine Klasse für sich. Nach dem siebten Platz auf dem Norisring holte er eindrucksvoll auf dem Nürburgring, in Oschersleben und Valencia seine DTM-Siege Nummer 15 bis 17, in Brands Hatch gab er Tomczyk "Geleitschutz".
"Vom Gefühl her war es vielleicht sogar meine beste Saison in der DTM. Wir haben immer das Maximum aus dem Auto rausgepresst", sagte Ekström: "Wenn man elf Jahre in der DTM gefahren ist, kann es schon mal passieren, dass nicht jede Saison optimal verläuft. Von mir aus könnten wir 20 Rennen fahren, dann wären die Konsequenzen aus den schwächeren nicht so groß."
Die größte Befriedigung in diesem Jahr erfuhr Ekström allerdings abseits der Rennstrecke. "Mein glücklichster Moment des Jahres war fraglos die Geburt unseres Sohnes Mats", sagte er: "Das steht über allen Erlebnisen, die mir der Motorsport bieten kann."
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