Bruno Spengler und der DTM-Titel: Im verflixten siebten Jahr soll es klappen
zuletzt aktualisiert: 03.09.2011 - 10:08Düsseldorf (RPO). Im verflixten siebten Jahr soll es für Bruno Spengler endlich klappen. Nachdem der Kanadier seit seinem Einstieg in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft 2005 schon mehrfach knapp am Titel vorbeigefahren ist, biegt er auch in dieser Saison als Favorit auf die Zielgerade.
Sieben Punkte Vorsprung hat der Mercedes-Pilot vor dem DTM-Gastspiel am Sonntag im englischen Brands Hatch auf Audi-Konkurrent Martin Tomczyk (Rosenheim).
Sollte Spengler seine Verfolger auch auf dem kürzesten DTM-Kurs (1,929 km) auf Distanz halten, wäre das sicher eine Vorentscheidung. Denn danach sind nur noch drei Rennen (Oschersleben, Valencia, Hockenheim) zu fahren.
Doch plötzlich hat Spengler zwei Rivalen. Neben Tomczyk darf sich jetzt auch dessen Audi-Markenkollege Timo Scheider (Braubach) als Gesamtdritter vage Titel-Hoffnungen machen. Allerdings kann es der zweimalige Meister bei 18 Zählern Rückstand im Gegensatz zu Tomczyk nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.
"Man darf sich keinen Fehler leisten"
Spengler ist in jedem Fall gewarnt und bleibt vorsichtig. Brands Hatch gehöre nicht gerade zu seinen Lieblingsstrecken, sagt der 28-Jährige: "Man darf sich keinen Fehler leisten - wenn man nur eine Zehntelsekunde verliert, startet man sofort einige Plätze weiter hinten."
Für Tomczyk war Brands Hatch bislang ein gutes Pflaster. 2007 eroberte er in England schon einmal die Spitze im Klassement - zum Titel hat es dann aber doch nicht gereicht.
Die Audi-Piloten hoffen außerdem, dass die ständigen Wechselgerüchte nicht spurlos an Spengler vorübergehen und den Kanadier vielleicht bremsen. Spengler gilt als ganz heißer Kandidat für ein BMW-Cockpit. Die Münchner kehren 2012 werksseitig in die DTM zurück und haben bislang erst zwei von sechs Fahrern verpflichtet.
Mercedes-Sportchef Norbert Haug sagte zu dem Wechsel-Theater, dass er sicher sei, dass Spengler auch im kommenden Jahr für sein Team fahre. Unterhält man sich allerdings mit Spenglers Manager Werner Heinz, klingt das schon anders. "Wir sind in Verhandlungen. Noch ist überhaupt nichts entschieden", sagte Heinz der Nachrichtenagentur dapd.
Kein Platz mehr für Heidfeld in der Formel 1?
Bei BMW wird noch ein weiterer prominenter Fahrer gehandelt. Der bei Renault in der Formel 1 ausgemusterte Nick Heidfeld könnte ebenfalls 2012 in der DTM an den Start gehen. Der Mönchengladbacher hat seit der gemeinsamen Formel-1-Zeit immer noch beste Kontakte zu den Münchnern.
Doch zunächst gibt es ein gerichtliches Nachspiel mit Renault. Seinen Platz wird Heidfeld sicher nicht mehr wiederbekommen, letztlich geht es also um die Höhe der Abfindung.
Im Raum steht eine Summe von 1,5 Millionen Euro. Danach stünde einem Wechsel in die DTM nichts mehr im Weg. Die besten Cockpits in der Formel 1 sind schon alle vergeben. Und bevor der 34-Jährige für ein Hinterbänkler-Team fährt, wäre ein Neuanfang mit BMW in der DTM sicher die bessere Variante.
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