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Rallye Dakar: Rekordgewinner Peterhansel holt zehnten Sieg

zuletzt aktualisiert: 15.01.2012 - 15:47

Lima (RPO). Dakar-Triumphe für "Peter den Großen" und Cyril Despres, ein weiterer Podiumsplatz für Dirk von Zitzewitz: Mit dem zehnten Gesamtsieg des französischen Rekordgewinners Stephane Peterhansel im Mini des hessischen X-raid-Teams und dem vierten Erfolg von Motorrad-Pilot Cyril Despres ist am Sonntag nach mehr als 8300 Kilometern durch Argentinien, Chile und Peru in Lima die Rallye Dakar zu Ende gegangen.

Zehnter Triumph für Stephane Peterhansel bei der Dakar-Rallye.  Foto: afp
Zehnter Triumph für Stephane Peterhansel bei der Dakar-Rallye. Foto: afp

Während Peterhansel X-raid-Chef Sven Quandt den ersten Erfolg mit dem eigenen Team bescherte, freuten sich Beifahrer von Zitzewitz und sein Pilot Giniel de Villiers (Karlshof/Südafrika) über Rang drei hinter Joan Roma (Spanien) in einem weiteren von insgesamt fünf X-raid-Minis wie einen Sieg.

"Es ist wirklich wahr! Platz drei! Erst in dem Moment, in dem man die letzte Zeitkontrolle erreicht, fällt die immense Anspannung der letzten Wochen mit einem Schlag von einem ab und man empfindet stattdessen die pure Erleichterung und Freude", sagte der Holsteiner von Zitzewitz, der 2009 mit de Villiers die Rallye gewonnen und im vorigen Jahr Rang zwei belegt hatte. Allerdings jeweils im Werks-Touareg von VW. Nach dem Dakar-Ausstieg der Wolfsburger waren die beiden diesmal in einem Toyota Hilux eines kleinen südafrikanischen Rennstalls unterwegs.

"Erwartungen übertroffen"

"Als Underdogs in die Rallye Dakar zu starten, als neues Team, mit einem neuen Auto, mit seriennaher Technik - da sind natürlich die Erwartungen, auch die eigenen, nicht sehr hoch. Doch wir haben die Erwartungen bei weitem übertroffen", sagte von Zitzewitz: "Dritter Platz, das war unser unrealistischer Wunschtraum. Und das ist jetzt Realität."

Der 46 Jahre alte Peterhansel, der die Rallye bereits sechsmal mit dem Motorrad gewonnen hatte, bevor er 2004, 2005 und 2007 im Auto triumphierte, dagegen war als großer Favorit in die Rallye gegangen. Allerdings hatte er auf dem Weg zu seinem ersten Sieg auf südamerikanischen Boden lange Zeit mehr Mühe als erwartet, die Angriffe zuerst von Hummer-Pilot Robby Gordon (USA) und später von Roma abzuwehren.

"Wenn man bedenkt, wie kompliziert es ist, eine Dakar zu gewinnen, ist es unglaublich, dass es mir gelungen ist, deren zehn zu gewinnen. Es hat so lange gedauert, fünf Jahre, bis es nochmal geklappt hat. Und das in Südamerika zu schaffen, ist eine gewaltige Erleichterung, einer meiner schönsten Siege", sagte Peterhansel.

Noch am Freitag auf der drittletzten Etappe hatte der Franzose seine Sieghoffnungen schwinden sehen, als er sich in einem tückischen Sandloch festfuhr. Roma passierte allerdings das gleiche Missgeschick, sodass Peterhansel vorne blieb und am Samstag mit seinem insgesamt 60. Tagessieg schließlich für die Vorentscheidung sorgte.

Die letzten 29 Wertungskilometer am Sonntag auf dem 283 Kilometer langen Weg von Piso nach Lima wurden somit für Peterhansel ebenso zum Triumphzug wie für seinen Landsmann Despres. Beide begnügten sich mit Rang zehn in der Tageswertung. Die letzten Siege gingen an Gordon und den Norweger Per Anders Ullevalsetter (KTM).

KTM-Pilot Despres hatte sich erst am Samstag die Führung von Vorjahressieger Marc Coma zurückgeholt und sich das entscheidende Polster von mehr als elf Minuten erarbeitet. Im Ziel lag er schließlich 53:20 Minuten vor dem Spanier, der noch 45 Minuten Zeitstrafe für einen Motorwechsel kassiert hatte. Bis zum vorletzten Tag hatten sich die beiden Markenkollegen ein faszinierendes Duell auf allerhöchstem Niveau geliefert.

Der Franzose Despres, der am 24. Januar 38 Jahre alt wird, hatte die Wüstenrallye, die in diesem Jahr erstmals auch durch Peru führte, zuvor 2005, 2007 und 2010 gewonnen. Sein großer Rivale Coma hatte 2006 und 2009 triumphiert. 2008 war die Rallye wegen Terrorwarnungen in Afrika abgesagt worden, seitdem findet der Klassiker in Südamerika statt. 2013 soll die Rallye erstmals in Lima starten und in Chile zu Ende gehen.

Überschattet wurde die Rallye vom tödlichen Unfall des argentinischen Motorradfahrers Jorge Martinez Boero auf der ersten Etappe. Das 59. Opfer in der Geschichte der Rallye blieb aber trotz einiger spektakulärer Unfälle und Stürze aber das einzige in diesem Jahr.

Quelle: sid

 
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