Rallye Dakar: Sainz triumphiert zum ersten Mal
zuletzt aktualisiert: 16.01.2010 - 17:54Buenos Aires (RPO). Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz hat zum ersten Mal die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar in Südamerika gewonnen. Der 47-jährige Spanier und sein Beifahrer Lucas Cruz ließen sich im VW Touareg auf der 14. und letzten Etappe über 206 nicht allzu schwierige Wertungskilometer von Santa Rosa nach Buenos Aires die Führung nicht mehr abjagen.
Damit wiederholte Volkswagen den Vorjahreserfolg, als der Südafrikaner Giniel de Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz aus Karlshofen einen historischen Dakar-Triumph in einem Diesel-Fahrzeug feierten.
"Mit dem Dakar-Sieg habe ich mir einen langen Traum erfüllt. Von mir fällt ein großer Druck ab, denn das Duell um diesen Erfolg war extrem hart. Ich bin unendlich froh, dieses Ziel erreicht zu haben", sagte Sainz und lobte sein Team: "Für mich lief alles perfekt: Mein Beifahrer hat einen herausragenden Job gemacht, technisch lief der Touareg wie ein Uhrwerk, und die gesamte Volkswagen Mannschaft hat hart für den Sieg gearbeitet."
Den letzten Tagessieg sicherten sich Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Katar/Berlin) in einem VW Touareg. Das Duo lag 36,3 Sekunden vor Sainz. Dritte wurden Guerlain Chicherit/Tina Thörner (Frankreich/Schweden) vor Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (Frankreich/beide BMW X3). Platz fünf belegten Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) vor ihren VW-Markenkollegen de Villiers und von Zitzewitz.
Volkswagen gelang bei der 32. Auflage der Dakar, gleichzeitig der zweiten Veranstaltung in Südamerika, ein Erfolg auf der ganzen Linie. Nach dem Doppelsieg im Vorjahr demütigte der Wolfsburger Automobilkonzern die Rivalen diesmal sogar mit einem dreifachen Triumph. Sainz, Al-Attiyah und Miller belegten bei der härtesten Rallye der Welt nach insgesamt 9030 Kilometern die Ränge eins bis drei. Bester Nicht-VW-Starter war Rekordgewinner Peterhansel als Vierter im Schlussklassement.
Den Gesamtsieg bei den Motorrädern sicherte sich zum dritten Mal nach 2005 und 2007 der Franzose Cyril Despres. Der KTM-Pilot lag im Ziel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires 1:02:52 Stunden vor dem Norweger Pal Anders Ullevalseter (KTM). Dritter wurde mit einem Rückstand von 1:09:48 Stunden der Chilene Francisco Lopez Contardo (Aprilia). Die 14. und letzte Etappe gewann der Portugiese Ruben Faria (KTM).
Höchstens ein technisches Problem oder ein Reifenschaden hätte Sainz noch stoppen können. Im vergangenen Jahr war der Spanier noch der große Pechvogel gewesen. Schon damals fuhr er lange auf Siegkurs, bis er in Führung liegend mit seinem damaligen Beifahrer Michel Perin in eine im Roadbook nicht vermerkte Schlucht stürzte. Sainz war damals unverletzt geblieben, Perin hatte einen Schulterbruch erlitten.
Profitiert hatten damals de Villiers/von Zitzewitz, die VW schließlich den ersehnten Dakar-Triumph bescherten. Diesmal warfen die Titelverteidiger bereits auf der dritten Etappe in einem Gebiet, in dem sie im Vorjahr die Rallye für sich entschieden hatten, technische Probleme aussichtslos zurück.
Möglicherweise kehrt die Rallye Dakar 2011 wieder nach Afrika zurück. Eine Entscheidung darüber soll Ende des Monats fallen. Das kündigte Rallye-Direktor Etienne Lavigne an. Laut Lavigne habe der Dakar-Veranstalter ASO zwei Konzepte: "Eines für Südamerika sowie eines für Nordafrika mit Tunesien, Libyen und Ägypten. Nach der Zieleinfahrt werden wir analysieren und danach Ende Januar entscheiden, wo wir 2011 fahren."
Die Rallye hatte Afrika den Rücken gekehrt, nachdem die 30. Auflage 2008 wegen Terrordrohungen kurz vor dem Start komplett abgesagt worden war. In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal nach 2009 durch Argentinien und Chile gefahren, unter anderem in der Atacama, der trockensten Wüste der Welt.
Die Siegerliste
1979 Francois Genestrier/Jacques Lemordant (Frankreich) Range Rover
1980 Freddy Kottulinsky/Hans Löffelmann (Ingolstadt) VW Iltis
1981 Rene Metge/Bernard Giroux (Frankreich) Range Rover
1982 Bernard Marreau/Jean-Louis Marreau (Frankreich) Renault 20
1983 Jacky Ickx/Claude Brasseur (Belgien/Frankreich) Mercedes 280
1984 Rene Metge/Dominique Lemoyne (Frankreich) Porsche 911
1985 Patrick Zaniroli/Jean da Silva (Frankreich) Mitsubishi
1986 Rene Metge/Dominique Lemoyne (Frankreich) Porsche 959
1987 Ari Vatanen/Bernard Giroux (Finnland/Frankreich) Peugeot 205
1988 Juha Kankkunen/Juha Piironen (Finnland) Peugeot 205
1989 Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Peugeot 405
1990 Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Peugeot 405
1991 Ari Vatanen/Bruno Berglund (Finnland/Schweden) Citroen ZX
1992 Hubert Auriol/Philippe Monnet (Frankreich) *Mitsubishi
1993 Bruno Saby/Dominique Serieys (Frankreich) *Mitsubishi
1994 Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1995 Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1996 Pierre Lartigue/Michel Perin (Frankreich) Citroen ZX
1997 Kenjiro Shinozuka/Henri Magne (Japan/Frankreich) *Mitsubishi
1998 Jean-Pierre Fontenay/Gilles Picard (Frankreich) *Mitsubishi
1999 Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (Frankreich) +Schlesser
2000 Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (Frankreich) +Schlesser
2001 Jutta Kleinschmidt/Andreas Schulz (Köln/München) *Mitsubishi
2002 Hiroshi Masuoka/Pascal Maimon (Japan/Frankreich) *Mitsubishi
2003 Hiroshi Masuoka/Andreas Schulz (Japan/München) *Mitsubishi
2004 Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2005 Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2006 Luc Alphand/Gilles Picard (Frankreich) *Mitsubishi
2007 Stephane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (FRA) *Mitsubishi
2008 abgesagt
2009 Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) VW Touareg
2010 Carlos Sainz/Lucas Cruz (Spanien) VW Touareg
* Mitsubishi Pajero + Schlesser-Renault
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