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Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft: Tomczyk – im Gebrauchtwagen zum DTM-Titel

zuletzt aktualisiert: 16.09.2011 - 08:10

Köln/Oschersleben (RPO). Zu Jahresbeginn ins zweite Glied versetzt, jetzt Titelkandidat Nummer eins: Audi-Werkspilot Martin Tomczyk greift in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft nach dem Gesamtsieg - und das mit einem "Gebrauchtwagen".

Martin Tomczyk vom Team Audi ist der härteste Konkurrent von Mercedes-Pilot Bruno Spengler.  Foto: dapd
Martin Tomczyk vom Team Audi ist der härteste Konkurrent von Mercedes-Pilot Bruno Spengler. Foto: dapd

Drei Rennen vor Saisonende ist der 29-Jährige der letzte Hoffnungsträger der Ingolstädter. "Ich bin der Einzige, der für Audi den Titel holen kann. Natürlich will ich das auch tun", sagte Tomczyk, der am Sonntag (13.45 Uhr/ARD) in Oschersleben beim achten DTM-Lauf als Spitzenreiter an den Start geht: "Es ist ein gutes Gefühl der Gejagte zu sein. Gleichzeitig hat aber auch der Druck zugenommen."

Dabei hat sich der Kampf um die Tourenwagen-Krone längst zu einem spannenden "Fall für Zwei" entwickelt. Nach Siegen in Spielberg/Österreich, am Lausitzring und zuletzt im englischen Brands Hatch führt Tomczyk die Fahrerwertung mit 50 Punkten an, einen Zähler dahinter darf sich Mercedes-Pilot Bruno Spengler ebenfalls noch große Hoffnungen auf den Titel machen. Die ehemaligen DTM-Champions Timo Scheider und Mattias Ekström (beide Audi) sind mit jeweils 29 Punkten bereits abgeschlagen und haben ebenso wie drei weitere Fahrer nur noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft.

Tomczyk weiß, worauf es in der entscheidenden Phase ankommt: "Jetzt ist jedes Rennen wichtig, jetzt kommt es insbesondere auf die Geschwindigkeit und die mentale Stärke an." Seit 2001 ist der Sohn von ADAC-Präsident Hermann Tomczyk in der DTM für die "Herren der Ringe" unterwegs. Nach einer längeren Durststrecke und zunehmender Kritik war der Wahl-Schweizer vor Saisonbeginn in den Jahreswagen des Phoenix Teams versetzt worden. Eine Maßnahme, die sich gelohnt hat, jedenfalls fühlt sich Tomczyk hier pudelwohl: "Ich habe das nicht als Degradierung, sondern vielmehr als neue Herausforderung verstanden."

Auch Hans Werner Aufrecht, Vorsitzender der DTM-Dachorganisation ITR, hat die Entwicklung mit Interesse verfolgt. "Es spricht für die Regeln, dass ein Jahreswagen nach so vielen Rennen in der Gesamtwertung führt. Das ist sensationell und genau das, was wir wollten. Dass es jetzt im letzten Jahr dieses Reglements funktioniert, ist schön und zieht in Oschersleben auch die Zuschauer an", sagte Aufrecht dem dem SID.

Um den Traum vom Titel zu verwirklichen, will Tomczyk in Oschersleben "unbedingt vor Bruno Spengler ins Ziel kommen". Der gebürtige Rosenheimer fühlt sich auf dem kurvenreichen Kurs sehr wohl, fuhr hier in den letzten drei Jahren ebenso wie Spengler zweimal aufs Podium. "Die beiden nächsten Rennen sind sicher vorentscheidend für uns. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg", so Tomczyk.

Kontrahent Spengler sieht dem spannenden Saisonfinale gelassen entgegen: "Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden. Ich habe die Gesamtführung in dieser Saison schon einmal zurückerobert, und genau das will ich in den verbleibenden drei Rennen erneut schaffen - denn am Ende zählt nur, wer nach dem letzten Saisonlauf in der Tabelle vorne steht."

Quelle: SID/chk

 
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