Neben der Spur: Ajax – Europas schlechtestes Team
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 07.11.2011 - 18:59Düsseldorf (RP). Das Leben und speziell der Sport schreiben oft ganz sonderbare Geschichten. Eine davon spielt in Estland und geht so: Man mag meinen, ein Verein, der sich nach dem griechischen Helden Ajax benennt, hat Großes vor.
Ein in Amsterdam beheimater Verein hat vorgemacht, wie es laufen kann. Nun, für Ajax Lasnamäe lief es auf den Fußballplätzen des Landes dagegen, sagen wir, nicht ganz so glücklich. Immerhin steht am Ende ein Titel zu Buche, der es aber wohl nicht auf den Briefkopf des Klubs schaffen wird. Lasnamäe ist der schlechteste Erstligaverein in Europa. 36 Spiele, 32 Niederlagen, vier Unentschieden und ein Torkonto von 11:192 in der Meistriliiga. Zuletzt verloren sie gegen Tammeka Tartu mit 0:9. Erinnerungen werden wach an Tasmania Berlin, die schaffte in der Saison 1965/66 zwei Siege, blieb aber mit 15:108 Toren dennoch klar Letzter.
Jetzt wird nicht nur in Estland eifrig darüber diskutiert, wie es aktuell zu diesem rasanten sportlichen Zerfall des Teams kommen konnte. War die Taktik des Trainers schuld? Waren gar dunkle Mächte im Spiel? Bei der Annahme des letzteren Falls kann man den Kreis der Tatverdächtigen ein wenig konkretisieren. Die hier gemeinten Mächte treffen sich gerne in verrauchten Hinterzimmern und wetten ganz irdisch, aber nicht legal auf den Ausgang von Begegnungen. Das 0:14 von Ajax bei Trans Narva, die höchste Pleite einer Mannschaft in einer Ersten Liga in Europa, soll nach den Wünschen von Investoren im Hintergrund zustandegekommen sein.
Dementsprechend lax war auch die Vorbereitung auf die Duelle. Nachdem man sich bei Ajax von sportlichen Heldentaten verabschiedet hatte, beschloss man, nur noch zwei Mal die Woche zu trainieren. Immerhin: Man will in Lasnamäe weiter Fußball spielen. Egal wie.
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