Neben der Spur: Kindergarten Bundesliga
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010 - 07:04Düsseldorf (RPO). Wir haben es ja schon lange gewusst: Die Fußball-Bundesliga ist manchmal nur die Fortsetzung des Kindergartens mit anderen Mitteln. Der kleine Martin (Demichelis) hat das gerade mal wieder unterstrichen.
Weil man ihm die Klötzchen für die Startelf weggenommen hat, will er nun gar nicht mehr mitspielen. Experten vermuten, dass er in der Kabine noch versucht hat, sein Kindermädchen van Gaal durch intensives Luftanhalten umzustimmen. Aber es blieb beim höchsttrainerlichen Beschluss.
Auch sonst geht's zu wie auf jedem anderen Spielplatz der Republik. Der große Michael (Ballack) zum Beispiel lässt es sich natürlich nicht gefallen, dass ein anderer den Boss spielen darf. Da gibt es nur einen, der entscheidet, wann wer wohin und womit schießen, werfen oder sonst was tun darf.
Bei Ungehorsam droht ein mächtiger Stupser in Tateinheit mit einem bösen Blick. Der kleine Michi (Kadlec) soll auf dem Heimweg bitter geweint haben, weil ihm der große Michael (Ballack) beim Elfmeter den Ball weggenommen hat.
Die Erziehungsberechtigten sehen derartiges Getümmel unterdessen mit großer Freude. Sie dürfen anschließend den neugierigen Menschen von den Medien erzählen, dass eine Fußball-Mannschaft Hierarchien und Führungskräfte braucht. Es sei denn, der kleine Philipp (Lahm) ist in der Nähe.
Dann werden die Hierarchien schnell mal ganz flach gemacht, weil der kleine Philipp (Lahm) im Volkshochschulkurs "Wirtschaft" gelernt hat, dass so etwas sehr modern ist. Und damit ihm nicht sofort die Tränen in die Augen schießen, hat ihm der Onkel Jogi (Löw) die Kapitänsbinde noch nicht weggenommen. Auch wenn der große Michael (Ballack) bereits wieder so böse guckt.
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