Neben der Spur: Lernen aus der WM
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 21:53Düsseldorf (RPO). Das neuseeländische Bildungssystem darf endgültig in den Rang der großen Vorbilder rücken. Nicht nur, weil das Land die Nummer drei im Pisatest ist. Sondern auch, weil die Jungs vom anderen Ende der Welt ziemlich fix sind.
Nicht einmal einen Tag nach der beeindruckenden Vorstellung der Fußball-Nationalmannschaft beim 1:1 gegen Weltmeister Italien hat eine Schule in Auckland den Stundenplan geändert. Auf dem Programm stand nun das Fach: Wie können wir so gut werden wie der Titelträger? Und die erste Lektion hieß: „Fallen lernen wie die Italiener.“
Ob sich die Botschaft von den Schülern bis zu den Spielern in Südafrika durchspricht, wird die nächste Partie am Donnerstag gegen Paraguay zeigen. Noch nicht geklärt ist die Frage, ob die schönste Schwalbe nicht nur mit einem Elfmeter, sondern auch mit dem kleinen Fifa-Preis des Tages gewürdigt wird.
Sicher aber ist bereits, dass die Veranstaltung in Südafrika reichlich Material für neue Lehrpläne in Neuseeland enthält. Überdies sind sogar die möglichen Dozenten mit am Start.
Die Menschheit wartet nun gebannt auf diese Stunden: Treten wie die Ivorer mit Cheik Tioté; Erdkunde auf dem Balkan mit Jogi Löw unter besonderer Berücksichtigung der ständig wechselnden Lage von Kroatien, Bosnien und Serbien sowie Französisch für die Halbzeit mit Nicolas Anelka. Für die ganz Kleinen bietet sich eine Krabbelgruppe mit Robert Green an. Sie wissen schon: Der war früher mal Torwart bei England.
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