Neben der Spur: Sporthelden unterm Hammer
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 02.01.2012 - 07:42Düsseldorf (RPO). Natürlich hat man schon lange geahnt, dass Sport und Geschäft ziemlich eng miteinander verwoben sind. Der britische Sprinter James Ellington hat das jetzt besonders eindrucksvoll demonstriert. Sportlich lief es für ihn in den vergangenen Monaten nicht gerade vielversprechend.
Er war oft verletzt, hatte arge Mühe, mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Nun stehen aber die Olympischen Spiele in London im kommenden Sommer vor der Tür und der Brite Ellington will selbstverständlich für den Lauf seines Lebens bestens vorbereitet sein.
Deshalb versteigert er sich mangels finanzieller Mittel kurzerhand bei einem Internet-Auktionshaus selbst. Die Werberechte an ihm kommen also unter den Hammer. Das Anfangsgebot steht immerhin bei stattlichen 30 000 englischen Pfund, rund 35.000 Euro.
Für alle potenziellen Investoren, die kurz vor dem Weihnachtsfest großherzig zu einem Gebot bereit sind, muss man vielleicht noch erwähnen: Mit einer 200-Meter-Bestzeit von 20,52 Sekunden gehört Ellington in diesem Jahr nur zum Kreis der 58 Weltbesten und ist weit entfernt von der Elite um die Jamaika-Stars Yohan Blake (19,26) und Usain Bolt (19,40). Noch eine Hundertstelsekunde schneller als der Brite war Sebastian Ernst (Wattenscheid) als bester Deutscher.
Gut möglich, dass schon bald auch Sporthelden von einst die Plattform nutzen und neben ihren alten Medaillen vielleicht noch ein paar Dienstleistungen anbieten. Partnerschaftsberatung mit Boris Becker, Englischstunde mit Lothar Matthäus - da geht noch einiges.
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