Neben der Spur: Steilpass vom Kriegsschiff
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 25.06.2010 - 09:54Düsseldorf (RP). Es gibt undankbare Jobs in diesen Tagen: Französisch-Lehrer zum Beispiel. Was soll man den Schülern sagen, die übersetzt haben möchten, was man sich in der Kabine der Equipe Tricolore erzählt?
Andere Berufe hingegen lassen sich derzeit ziemlich leicht erledigen: Journalist bei einer englischen Boulevardzeitung zum Beispiel. Vor einem Spiel gegen die deutsche Mannschaft lehnt man sich zurück, trinkt ein Schlückchen warmes Bier, kaut ein paar schlabbrige Chips und lässt die Einlassungen von jenseits des Kanals in den Block perlen.
Dann fügt man ein paar Mal die Wörter Panzer und Blitzkrieg hinzu – und schon herrscht Stimmung bei der geneigten Leserschaft auf der Insel, Bombenstimmung.
Die Vorlage lieferte dieses Mal: Karl Theodor zu Guttenberg. Der Verteidigungsminister! Aus dem Hangar eines Kriegsschiffs! Wo "jede Menge Bier" floss, wie die Agenturen schreiben!
Nach Betrachtung des Ghana-Spiels dort meinte das fränkische Matthäus-Double, Löw müsse "die Abwehr ein bisschen nachschärfen". Klingt schon schön martialisch. Doch der Kaiser wäre nicht der Kaiser, wenn er den Verteidigungsminister nicht leicht überbieten würde.
Franz Beckenbauer erwartet "eine tolle Fußballschlacht". SCHLACHT!!! Englischer Boulevardjournalist müsste man sein.
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