Neben der Spur: Taschentuch statt Vuvuzela
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 01.07.2010 - 17:55Düsseldorf (RP). Der erste Fußball-freie Tag der WM sollte ein Tag ohne Tröten sein – mit diesem Wunsch hatte zumindest der liebe Kollege vor Ort in Südafrika seiner Hoffnung auf ein wenig Ruhe Ausdruck verliehen. Am Kap mag diese Rechnung ja auch aufgegangen sein, doch rund 9600 Kilometer weiter nördlich geht es trotz WM-Pause nicht wirklich geräuschloser zu.
Einige der lieben Nachbarn in Deutschland haben sich für das Fußball-Fest zwar mit den nun merkwürdig modernen Vuvuzelas eingedeckt, doch diese Lärm-Instrumente schwiegen gestern mangels auslösendem Torjubel. Tröt-Geräusche gab es trotzdem.
Wie der Verfasser dieser Zeilen scheinen sich einige seiner Nachbarn eine dicke Sommergrippe eingehandelt zu haben, denn aus den nebenstehenden Häusern sind akustische Begleiterscheinungen von Erkältungen zu hören: Ein unregelmäßiges Tröten, allerdings natürlich-nasalen Ursprungs und nicht Vuvuzela-fabriziert und daher auch längst nicht im Takt von Toren und Jubel.
Wer also heute lautes Tröten hört, braucht nicht durch die Fernsehprogramme zu zappen – auch heute gibt es keinen Live-Fußball im TV. Das Tröten hat demnach wahrscheinlich einen ganz natürlichen Ursprung und wird statt Vuvuzela durchs Schnäuzen ins Taschentuch hervorgerufen.
Die Kommentare einiger Kollegen zu den Schniefattacken ("Ach, guck mal, Benjamin Blümchen") können im Zweifelsfall ganz tröstlich sein – schließlich gibt’s ja auch in Südafrika Elefanten. Ein Hauch von WM am Fußball-freien Tag – Sommergrippe sei Dank.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.








