Neben der Spur: Wo bleibt Rooneys Neuauflage?
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.10.2011 - 15:03Düsseldorf (RP). Die Frankfurter Buchmesse bietet den sportlichen Literaten ein reiches Betätigungsfeld – von Kalorien-Calli bis zum Enthüllungsautor Philipp Lahm. Schmerzlich vermisst wird da die Neuauflage der Autobiografie des international zu Unrecht weniger gepriesenen Gelegenheits-Schriftstellers Wayne Rooney.
Zu einer Zeit, als er mal nicht den Schlagzeilen-Jahrmarkt durch gezielte Tritte gegen unaufmerksame Gegenspieler und Klasse-Wirtshaus-Schlägereien beherrschte, brachte der bullige Sohn eines ehemaligen Preisboxers sein Erstlingswerk auf den Markt.
Aus bisher nicht abschließend geklärten Gründen blieb ihm die Anerkennung in den Kulturteilen der Zeitungen ebenso versagt wie im Sport- oder Wissenschaftsbereich. Dabei hat er zumindest die Schlafforschung um eine wesentliche Erkenntnis bereichert. Rooney schildert nämlich sehr anschaulich, wie er zur gesunden Nachtruhe findet. Ganz im Gegensatz zum allgemeinen Vorurteil, er werde nach guter englischer Sitte viele Liter Bier mutig herabstürzen, spielt der Staubsauger in Waynes Schlafwelt die entscheidende Rolle. Erst das Röhren des Haushaltsgeräts verschafft dem Fußballer die nötige Entspannung. In Hotelzimmern, auch das hat er seinerzeit verraten, tut's zur Not der Föhn.
Was ist dagegen Lahms Feststellung, bei Felix Magath werde hart trainiert? Richtig: einfach lahm. Erst wenn der Kapitän der DFB-Auswahl der Menschheit enthüllt, dass Jürgen Klinsmann die gemeinsame Mittagsruhe mit einem Solo auf der Küchenmaschine begleitet hat, erreicht er Rooneys Klasse. Wahrscheinlich ist das nicht.
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