300.000 Euro pro Jahr: Astana kämpft gegen Doping
zuletzt aktualisiert: 27.11.2007 - 14:28Paris (RPO). In der Vergangenheit häufig involviert, wenn es um Dopingfälle im Radsport ging, will sich das Team von Astana nun künftig dem "totalen Feldzug" gegen Doping verschreiben. Das kündigte der neue Teammanager Johan Bruyneel an, langjähriger Chefbetreuer von Lance Armstrong. "Das Programm kostet uns rund 300.000 Euro pro Jahr, aber es gibt keine Alternative", erklärte der Belgier.
Der Rennstall aus der kasachischen Hauptstadt Astana schrieb 2007 zahlreiche Negativschlagzeilen. Nachdem Kapitän Alexander Winokurow während der Tour de France überführt worden war, wurde die ganze Mannschaft aus der Rundfahrt genommen, auch der deutsche Mitfavorit Andreas Klöden war davon betroffen. Bereits zuvor war der Nürnberger Matthias Kessler positiv getestet worden.
Als neuer Teamchef wurde Bruyneel engagiert, dem mehrere Stars wie Toursieger Alberto Contador (Spanien) vom aufgelösten Discovery-Rennstall zu Astana folgten.
Laut Bruyneel wird sich die Mannschaft 2008 "ohne Abstriche" dem Antidoping-Programm des dänischen Spezialisten Dr. Rasmus Damsgaard unterwerfen, der seit Anfang 2007 bereits das CSC-Team von Bjarne Riis kontrolliert.
Das Programm sieht unter anderem 800 unangekündigte Urin- und Blutkontrollen vor, die auch auf Epo und Wachstumshormone überprüft werden sollen. Zudem werden Blutparameter für jeden Fahrer angelegt. Alle Profis müssen sich per Vertrag zur Abgabe einer DNA-Analyse in Verdachtsfällen verpflichten.
Als erster Rennstall hatte noch vor CSC das Bonner T-Mobile Team Ende 2006 ein umfassendes internes Antidoping-Programm eingeführt. Es steht unter der unabhängigen Leitung von Prof. Walter Schmidt von der Uni Bayreuth.
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