Blut-Doping: Basso zahlte 111.000 Euro an Fuentes
zuletzt aktualisiert: 08.05.2007 - 12:12Rom (RPO). Im Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes kommen immer mehr Details ans Tageslicht. Ivan Basso, der am Montag zugegeben hatte, Blut-Doping praktiziert zu haben, wollte sich mit Eigenblut-Transfusionen für die Tour de France 2006 versorgen und zahlte 111.000 Euro an Fuentes.
Dies berichtete die italienische Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport". Für Dienstagmittag hatte der 29-Jährige eine Pressekonferenz angekündigt.
Basso gab laut Gazzetta bei der Anhörung vor Staatsanwalt Ettore Torri zu, dass die in Madrid beim Arzt Eufemiano Fuentes beschlagnahmten und mit dem Codenamen "Birillo" beschrifteten Beutel sein Blut enthalten. "Birillo" ist der Name des Hundes von Basso. Für die Dopingmittel habe Basso im Jahr 2004 an Fuentes 41.000 Euro gezahlt sowie 70.000 Euro im Jahr 2006, wie die Gazzetta berichtet.
Belastet wurde Basso von einige SMS, die er Fuentes nach dem Giro-Sieg 2006 geschickt hatte, durch abgehörte Telefongespräche sowie Hinweise auf Zahlungen über ein Schweizer Konto.
"Basso konnte nicht mehr mit dieser Last leben. Daher hat er sich nach Beratung mit seiner Familie zum Geständnis entschlossen", sagte sein Rechtsanwalt Massimo Martinelli. Er hoffe, nach einer einjährigen Sperre wieder 2008 in den Rennsattel steigen zu können.
"Basso ist fähig, nach dieser schwierigen Situation aufs Neue zu beginnen", meinte dazu Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin. Auch Franco Ballerini, Chef der Rad-Nationalauswahl, warb um Nachsicht: "Ivan ist kein Verbrecher. Er hat einen Fehler gemacht, hat ihn eingesehen und muss dafür zahlen, er darf jedoch nicht kriminalisiert werden."
Neben der sportlichen Sperre droht Basso auch Anklage wegen Verletzung des seit 2000 geltenden strengen Antidoping-Gesetzes in Italien. Die Staatsanwaltschaft von Bergamo ermittelt bereits wegen mutmaßlichen Verkaufs verbotener Substanzen an Fitnesszentren.
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