105. Klassiker Paris-Roubaix: Durch die "Hölle des Nordens"
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 13:23Neuss (RPO). Vier Tage nach seinem Überraschungs-Coup bei Gent-Wevelgem will T-Mobiles Shooting-Star Marcus Burghardt am Sonntag beim 105. Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix (Live ab 14 Uhr in ZDF und Eurosport) auch in der "Hölle des Nordens" bestehen.
Der Sieg in Belgien hat den 23-Jährigen ins internationale Rampenlicht katapultiert, das Nachwuchstalent der Bonner aber nicht vom Boden abheben lassen: "Paris-Roubaix ist nicht nur 50 Kilometer länger, sondern eine ganz andere Nummer", weiß der Sachse, der vor drei Jahren beim U23-Rennen nach Roubaix Vierter wurde.
Der gebürtige Erzgebirgler mit Wohnsitz Chemnitz hatte schon mit Rang drei beim E3-Grand-Prix hinter den Roubaix-Siegern Tom Boonen (Belgien) und Fabian Cancellara (Schweiz) sowie Platz 13 bei der Flandern-Rundfahrt überzeugt. "Ich denke, dass ich stark bin und fühle mich gut", sagt er mit gesundem Selbstbewustsein.
Noch immer steht der Münchner Josef Fischer als einziger Deutscher in der Siegerliste verzeichnet, der sich im Gründungsjahr 1896 durchgesetzt hatte. An der Spitze der Favoritenliste stehen Vorjahressieger Cancellara und sein Vorgänger Boonen, aber wie stets wird die Glücksgöttin ein gewichtiges Wort bei "La Roubaix" mitreden. Stürze und Defekte sind an der Tagesordnung.
Wieder warten 259,5 brutale Kilometer auf die Fahrer, die sich vor allem bei 28 Kopfsteinpflaster-Passagen konzentrieren müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Insgesamt 52,7 km messen diese "Paves", wobei besonders die 2400 Meter durch den Wald von Arensberg nach 163,5 km und die 3000 Meter in Mons-en-Pevele (210,5 km) gefürchtet sind.
"Die Strecke wird wieder ihre Opfer fordern", sagt Steffen Wesemann, der auf dem Place du Palais in Compiegne im Norden von Paris zum neunten Mal an den Start geht. Der in die Schweiz ausgewanderte Sachse vom Karlsruher Wiesenhof-Team war 2002 Zweiter hinter Belgiens Ex-Weltmeister Johan Museeuw und stand damit als vorerst letzter Deutscher auf dem Podest.
Nicht dabei ist Vize-Weltmeister Erik Zabel vom Milram-Team, der bei der Flandern-Rundfahrt schwer gestürzt war und noch pausieren muss.
Beim Team Gerolsteiner scheint der Einsatz des ebenfalls in Flandern gestürzten Cottbusers Heinrich Haussler gesichert, doch die größten Hoffnungen trägt der Kölner Kopfsteinpflaster-Spezialist David Kopp.
In der besten Ausgangsposition allerdings ist T-Mobile, das neben Burghardt weitere Optionen hat. Als zweites Eisen haben die Bonner den Briten Roger Hammond im Feuer, dem der Deutsche seinen Sieg in Wevelgem zu einem Großteil zu verdanken hatte.
Der 33-Jährige, zu Saisonbeginn engagiert, bringt die Erfahrung und Tempohärte mit, die es bei Paris-Roubaix vor allem braucht. Dass ihm die Strecke liegt, hatte er schon 2004 als Dritter bewiesen. Und als Joker könnte auch der Münchner Routinier Andreas Klier stechen, wenn er konditionell nach der Verletzungspause wieder den Anschluss geschafft hat.
Team Gerolsteiner: David Kopp (Bonn), Thomas Fothen (Kaast), Heinrich Haussler (Cottbus), Sven Krauß (Herrenberg), Carlo Westphal (Heinrichsberg), Oscar Gatto (Italien), Tom Stamsnijder (Niederlande), Peter Wrolich (Österreich)
T-Mobile Team: Marcus Burghardt (Chemnitz), Roger Hammond (England), Erik Baumann (Leipzig), Bert Grabsch (Hürth), Andreas Klier (München), Lorenzo Bernucci (Italien), Bernhard Eisel (Österreich), Servais Knaven (Niederlande)
Team Milram: Ralf Grabsch (Hürth), Martin Müller (Erfurt), Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel), Wolodymyr Djudja (Ukraine), Brett Lancaster (Australien), Niki Terpstra (Niederlande), Fabio Sabatini, Alessandro Cortinovis (beide Italien)
Team Wiesenhof-Felt: Steffen Wesemann (Schweiz), Robert Wagner (Magdeburg), Artur Gajek (Bergisch-Gladbach), Jörg Ludewig (Steinhagen), Felix Odebrecht (Badenweiler), Olaf Pollack (Cottbus), Steffen Radochla (Borna), Bas Gilling (Niederlande)
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