Drogensumpf und Aggression: Ehefrau belastet Radstar Vandenbroucke
zuletzt aktualisiert: 09.06.2007 - 16:07Rom (RPO). Frank Vandenbroucke ist von seiner inzwischen getrennt lebenden Ehefrau schwer belastet worden. Die Gattin des am Donnerstag von einem Selbstmordversuch geretteten Radstars wehrte sich gegen Vorwürfe, nach denen die Trennung Ursache für den geplanten Suizid gewesen sei.
In einem Interview mit der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport berichtete die seit sieben Jahren mit Vandenbroucke verheiratete Sarah Pinacchi, dass der Radprofi regelmäßig Drogen einnahm und sie und die gemeinsame Tochter Margaux schlug.
"Ich kann nicht dulden, dass Frank jetzt als Opfer dargestellt wird. Ich und meine Tochter sind die Opfer. Ich habe sieben Jahre die Hölle erlebt", sagt Pinacchi, die weiter ausführt: "Im vergangenen Jahr gab es Zeiten, in denen er systematisch Zuflucht zu Amphetaminen und Kokain suchte. Er nahm starke Schlafmittel und hatte dann Halluzinationen. Er wurde gewalttätig, gemein und aggressiv."
Pinacchi war deshalb mit ihrer Tochter vor drei Wochen zu ihren Eltern geflüchtet. "Margaux hat Szenen erleben müssen, die ein fünfjähriges Kind absolut nicht hätte sehen sollen. Meine Eltern sorgen für mich und meine Tochter", meinte die seit sieben Jahren mit dem früheren Klassiker-Spezialisten verheiratete Sara Pinacchi, die mit Vandenbroucke unweit von Mailand lebte.
2002 habe Vandenbroucke eine Therapie bei einem Psychologen in Belgien begonnen, die jedoch zu keinen Resultaten führte. Stattdessen habe er in diesen Jahren all das Geld ausgeben, das er in seiner Karriere verdient habe.
Hinweise auf einen Realitätsverlust gab es am Samstag, als der immer noch in einem Mailänder Krankenhaus befindliche Vandenbroucke seinen Selbstmordversuch gegenüber belgischen Journalisten dementierte. Demgegenüber erklärte Lorenzo Di Lorenzo, Sportdirektor von Vandenbrouckes Radteam Acqua e Sapone, dass er sich mit einer Spritze Medikamente injiziert und die Pulsadern aufgeschnitten habe. Nur dank des rechtzeitigen Eingriffs eines Neffen von Teammanager Palmiro Masciarelli, hätte sein Leben gerettet werden können.
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