98. Fernfahrt: Freire gewinnt Mailand-San Remo
zuletzt aktualisiert: 24.03.2007 - 16:25San Remo (RPO). Rabobank-Sprinter Oscar Freire hat die die 98. Auflage des Radsport-Klassikers Mailand-San remo gewonnen. Für den Spanier war es nach 2004 sein zweiter Sieg beim mit 294 km längsten Eintagesrennen des Jahres. Erik Zabel landete im Schlussspurt auf dem sechsten Rang.
Mit Freires Erfolg blieb Zabels Traum vom fünften Triumph beim Frühjahrs-Klassiker unerfüllt. Mit einer Blitzattacke im Schlussspurt nach 294 km machte der Rabobank-Kapitän seinen zweiten Sieg bei der "Primavera" nach 2004 perfekt.
Beim erst vierten spanischen Erfolg auf der Via Roma überlistete Freire den von Erik Zabel und Alessandro Petacchi angeführten Milram-Express und siegte vor dem Australier Allan Davis (Discovery) und Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep). Zabel musste sich mit dem sechsten Rang begnügen, Petacchi wurde Achter.
Der Bremer Milram-Rennstall hatte sechs Kilometer vor dem Ziel aufgeschlossen und war im Finale mit vier Fahrern in der Spitze vertreten. Zabel gewann Mailand-San Remo zwischen 1997 und 2001 als zweiter Deutscher nach Rudi Altig (1968) viermal, Petacchi siegte 2005. In der Spitzenguppe vertreten waren auch Astana-Profi Matthias Kessler sowie vom T-Mobile-Team Kim Kirchen, Gerald Ciolek und Bernhard Eisel.
Dagegen hatte das Team Gerolsteiner einen "rabenschwarzen" Tag erwischt und zahlreiche Stürze zu verzeichnen. Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung musste David Kopp ebenso ins Krankenhaus gebracht werden wie sein Teamkollege Andrea Moletta, der einen Oberschenkelbruch erlitt. Zu Fall kamen auch Kapitän Davide Rebellin sowie Fabian Wegmann und Heinrich Haussler. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Teamchef Christian Henn fassungslos.
Dagegen war Milram-Manager Gerry van Gerven zufrieden: "Wir haben alles richtig gemacht, haben uns gut formiert, aber Freire war einfach schneller. Zabel hat mich sehr überrascht. So stark hatte ich ihn eigentlich gar nicht erwartet, vor allem, weil er gerade erst eine Grippe überstanden hat."
T-Mobile-Teamchef Valerio Piva nahm seine "Youngster" Ciolek und Eisel in Schutz, die im Finale den Zug verpasst hatten: "Sie haben zu spät geschaltet. Aber es fehlt ihnen natürlich auch die Erfahrung. Aber Gerald ist bei den Sprints unser Mann für die Zukunft. Schön ist Platz zwölf von Kirchen."
Die "Fahrt in den Frühling" hatten am Samstagmorgen 197 Fahrer von Beginn an mit hohem Tempo in Angriff genommen. Vereinzelte Ausreißversuche in den ersten zwei Stunden waren nicht erfolgreich. Erst bei Kilometer 86 gelang einem Ausreißer-Sextett die Flucht.
Die Spitzengruppe fuhr auf dem flachen Abschnitt durch die Lombardei binnen 20 km mehr als sieben Minuten auf das Peloton heraus und hielt den Vorsprung auch zur "Halbzeit" bei der Bergpassage über den 532 m hohen Truchino-Pass. Die Aufholjagd der Hauptgruppe begann an der ligurischen Küste rund 100 km vor dem Ziel, als vor allem Milram mit dem Bonner Christian Knees an der Spitze Druck machte.
Die Reise ans Mittelmeer hatten die Pedaleure mit Tempo 44,1 km/h zurückgelegt. Die Fluchtgruppe musste schon vor den fünf Hügeln der Schlussphase dem Tempo Tribut zollen und hatte sich bereits am Capo Mele zu einem Trio reduziert. Nach Capo Cervo und Capo Berta waren auch die letzten Ausreißer geschlagen, die abschließenden 30 km mit den gefürchteten Schlussanstiegen Cipressa und Poggio nahm das Hauptfeld geschlossen in Angriff.
STATISTIK:
Radsport, ProTour, 98. Klassiker Mailand-San Remo über 294 km in Italien:
1. Oscar Freire (Spanie/Rabobank) 6:43:59 Stunden, 2. Allan Davis (Australien/Discovery), 3. Tom Boonen (Belgin/Quickstep), 4. Robbie McEwen (Australien/Lotto), 5. Stuart O'Grady (Australien/CSC), 6. Erik Zabel (Unna/Milram), 7. Gabriele Balducci (Italien/Acqua), 8. Alessandro Petacchi (Italien/Milram), 9. Vicente Reynes (Spanien/Epargne), 10. Robert Hunter (Südafrika/Barloworld), ... 12. Kim Kirchen (Luxemburg/T-Mobile) alle gleiche Zeit
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







