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CAS bestätigt Dopingsperre: Landis verliert Toursieg 2006

zuletzt aktualisiert: 30.06.2008 - 17:20

Lausanne (RPO). Floyd Landis ist seinen Sieg bei der Tour de France 2006 nun endgültig los. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Dopingsperre gegen den US-Amerikaner bestätigt.

Floyd Landis wurde der Toursieg von 2006 aberkannt.  Foto: AP, AP
Floyd Landis wurde der Toursieg von 2006 aberkannt. Foto: AP, AP

Ebenfalls bestätigt wurden die zweijährige Sperre des Radprofis bis zum 29. Januar 2009 und die Aberkennung der Siegprämie von 450.000 Euro. Landis muss außerdem 100.000 US-Dollar Strafgeld an die US-Antidoping-Agenur USADA zahlen.

Ob der heute 32-Jährige dazu in der Lage ist, scheint höchst fraglich, allein die fast zweijährige Verteidigung soll ihn rund eine halbe Million gekostet haben.

Dem Kalifornier war als erstem Toursieger der Titel am 20. September 2007 durch den Weltverband UCI aberkannt worden. Am Tag zuvor hatte ein US-Sportschiedsgericht ihn des Dopings für schuldig befunden; Landis legte Mitte November vergangenen Jahres gegen das Urteil Berufung beim CAS ein.

Der damalige Kapitän des Schweizer Phonak-Teams war nach dem Gewinn der letzten Alpenetappe 2006 positiv auf Testosteron getestet worden. Das Ergebnis lag aber erst vier Tage nach Tour-Ende (23. Juli) vor. Es zeigte einen Testosteronwert von 11:1, weit über der erlaubten Grenze von 4:1. Mit Hilfe seiner Anwälte und zahlreicher Experten hatte er dennoch versucht, dem französischen IOC-Labor Chatenay-Malabry Analyse- und Verfahrensfehler nachzuweisen.

Pereiro nun Sieger

Als Gewinner der Frankreich-Rundfahrt 2006 wird nun endgültig der Spanier Oscar Pereiro geführt, der mit 57 Sekunden Rückstand Platz zwei vor dem deutschen T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden (1:29 zurück) belegt hatte.

Landis hatte die 17. Etappe nach Morzine nach 130 Kilometer langer Alleinfahrt über mehrere Alpenpässe gewonnen. Seine Leistung mutete auch deshalb geradezu unglaublich an, weil er am Tag zuvor völlig eingebrochen war und über zehn Minuten auf die Konkurrenz eingebüßt hatte. Nach Bestätigung durch die B-Probe wurde Landis von seinem inzwischen aufgelösten Schweizer Rennstall entlassen und bestritt seit der Tour kein Rennen mehr.

Am 30. Januar 2007 hatte Landis den freiwilligen Startverzicht bis zum Ende des Verfahrens erklärt. Dieses Datum wurde im Urteil als Beginn der zweijährigen Sperre festgelegt. Im längsten Sportgerichtsverfahren der USA war er im vergangenen Herbst vor dem US-Schiedsgericht gescheitert, wollte aber nicht aufgeben. Bis dahin hatten die Spendenaufrufe statt der erhofften zwei Millionen nur 150.000 Dollar erbracht.

Landis, ehemaliger Edelhelfer des siebenmaligen Toursiegers Lance Armstrong, war 2005 von Discovery zu Phonak gewechselt. Der Rennstall galt seit Jahren als dopingverseucht. Nach dem Fall Landis löste Teamchef Andy Rihs die Mannschaft zum Saisonende auf.

Die Frankreich-Rundfahrt 2006 war bereits unter dunklen Wolken gestartet worden. Die ersten Ermittlungen der in Spanien angelaufenen Operacion Puerto hatten am Tag vor dem Auftakt zum Ausschluss der Favoriten Jan Ullrich, Ivan Basso und Alexander Winokurow geführt. Doch die Hoffnungen auf eine "saubere Tour" sollten sich - wie auch 2007 - nicht erfüllen.

Quelle: sid

 
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