Radsport: Rebellin verteidigt Gelbes Trikot
zuletzt aktualisiert: 17.03.2007 - 18:31Cannes (RPO). Nach einem Kraftakt im Finale des vorletzten Tages der Fernfahrt Paris-Nizza hat Davide Rebellin erneut eine gute Leistung gezeigt. Der Kapitän vom Team Gerolsteiner verteidigte beim Tagessieg des Spaniers Luis Sanchez auf den 200 km zwischen Brignoles und dem Mittelmeer-Ziel in Cannes das Gelbe Trikot erfolgreich.
"Die Mannschaft hat großartig gekämpft. Das Gelbe Trikot war eigentlich schon weg, erst 500 Meter vor dem Ziel hatten wir es wieder. Das haben wir vor allem Matthias Ruß zu verdanken. Wir werden alles tun, um das Trikot zu verteidigen", sagte der Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer.
Rebellin geht mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem Spanier Alberto Contador und 16 vor Sanchez auf die letzten 129,5 km mit Start und Ziel in Nizza. Dem Italiener stehen allerdings neben Ruß nur noch die Youngster Thomas Fothen und Bernhard Kohl zur Seite, da nach Volker Ordowski und Oliver Zaugg am Samstag auch Heinrich Haussler und Markus Zberg aufgeben mussten.
Am Samstag war das Feld auf dem schweren Kurs mit neun Bergwertungen, dabei eine der ersten Kategorie am 780 m hohen Col de Bourrigaille, weit auseinandergerissen. Erst auf den letzten 30 Kilometern fuhr Ruß die Lücke zu einer Ausreißergruppe zu, in der Sanchez seit Kilometer 33 unterwegs war.
Am Ende siegte der 25-Jährige vom spanischen Rennstall Caisse d'Epargne mit 28 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Mirco Lorenzetto vom Bremer Milram-Team. Rebellin kam zeitgleich als Neunter an und hat nun ein schweres Finale in den französischen See-Alpen vor sich. Dort stehen drei Bergpreise der ersten Kategorie, darunter über den 1068 m hohen Col del la Porte, auf dem Programm.
Klöden bei Tirreno-Adriaco chancenlos
Nur 24 Stunden nach seinem Triumph gegen die Astana-Profis Alexander Winokurow und Andreas Klöden hat Riccardo Ricco bei der ProTour-Fernfahrt Tirreno-Adriaco auch Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner keine Chance gelassen. Der Kapitän vom spanischen Rennstall Saunier Duval überraschte am Ende der vierten Etappe am Samstag die Konkurrenz mit einer Attacke und siegte nach 161 km zwischen Pievebovigliana und Offanga vor Schumacher und Winokurow. Klöden landete auf dem fünften Rang.
Mit der gleichen Taktik hatte der Italiener auch am Vortag vor Winokurow und Klöden gewonnen. In den Lagern der Geschlagenen waren die Teamchefs dennoch gut gelaunt. Sowohl Astana-Teamleiter Mario Kummer als auch sein Gerolsteiner-Kollege Christian Henn waren mit den Resultaten zufrieden und setzen nun auf das Einzelzeitfahren am Sonntag auf dem Stadtkurs von Civitanova Alta an der Adria-Küste.
"Stefan ist ein guter Zeitfahrer. Wir haben das Gelbe Trikot noch nicht aus den Augen verloren. Er kommt immer besser in Form. Heute hat er leider den Anschluss zu Ricco verpasst, sonst hätte er eine Siegchance gehabt", sagte Henn. Auch Kummer hat Gelb im Visier: "Mit Winokurow und Klöden auf den Plätzen vier und fünf sind wir sehr gut plaziert. Beim Zeitfahren können beide noch weiter nach vorn kommen."
Beendet ist seit Samstag das Europa-Saisondebüt von Giro-Sieger Ivan Basso. Der im vergangenen Jahr im Rahmen der "Operacion Puerto" wie Ex-Star Jan Ullrich in Dopingverdacht geratene Italiener hatte sich am Freitag bei einem Sturz am Handgelenk verletzt und stieg am Samstag bei Kilometer 38 auf Anraten seines Discovery-Teamarztes vom Rad.
Radsport
ProTour, 65. Fernfahrt Paris-Nizza, 5. Etappe über 178 km von Sorgues nach Manosque:
1. Jaroslaw Popowytsch (Ukraine/Discovery) 4:11:51 Stunden (42,406 km/h), 2. Francisco Ventoso (Spanien/Saunier) 0:14 Minuten zurück, 3. Samuel Dumoulin (Frankreich/AG2R) 0:14 Minuten zurück, 4. David Lopez Garcia (Spanien/Epargne), 5. Jerome Pineau (Frankreich/Bouygues), 6. Samuel Sanchez (Spanien/Euskatel), 7. Franco Pellizotti (Italien/Liquigas), 8. Davide Rebellin (Italien/Gerolsteiner), 9. Joaquim Rodriguez (Spanien/Epargne), 10. Tadej Valjavec (Slowenien/Lampre), ... 13. Alberto Contador (Spanier/Discovery), ... 44. Patrik Sinkewitz (Fulda/T-Mobile) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung:
1. Rebellin 21:52:39 Stunden, 2. Contador 0:06 Minuten zurück, 3. Valjavec 0:23, 4. Pellizotti 0:31, 5. Sebastien Joly (Frankreich/Francaise) 0:32, 6. Cadel Evans (Australien/Lotto) 0:35, 7. David Millar (Schottland/Saunier) 0:42, 8. Frank Schleck (Luxemburg/CSC) gleiche Zeit, 9. Lopez Garcia 0:43, 10. Sanchez 0: 46, ... 30. Popowytsch 1:51, ... 51. Sinkewitz 5:17
ProTour, 42. Fernfahrt Tirreno-Adriatico in Italien, 3. Etappe über 213 km von Marsciano nach Macerata:
1. Riccardo Ricco (Saunier) 5:41:22 Stunden, 2. Alexander Winokurow (Kasachstan) 0:02 Minuten zurück, 3. Andreas Klöden (Mittweida/beide Astana), 4. Stefano Garzelli (Italien/Acqua), 5. Luca Mazzanti (Italien/Panaria), 6. Andrea Moletta (Italien/Gerolsteiner), 7. Filippo Pozzato (Italien/Liquigas), 8. Thomas Dekker (Niederlande/Rabobank), 9. Kim Kirchen (Luxemburg/T-Mobile), 10. Janez Brajkovic (Slowenien/Discovery) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung:
1. Alexander Arejekew (Russland/Acqua) 15:07:50 Stunden, 2. Ricco 0:21 Minuten zurück, 3. Oscar Freire (Spanien/Rabobank) 0:27, 4. Winokurow gleiche Zeit, 5. Klöden 0:29, 6. Pozzato 0:33, 7. Moletta, 8. Jewgeni Petrow (Russland/Tinkoff), 9. Garzelli, 10. Stefan Schumacher (Nürtingen/Gerolsteiner), ... 12. Linus Gerdemann (Köln/T-Mobile), 13. Jens Voigt (Berlin/CSC), 14. Kirchen, ... 16. Fabian Wegmann (Freiburg/Gerolsteiner) alle gleiche Zeit
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