Dopingdiskussion: Rudi Altig bricht Lanze für Jan Ullrich
zuletzt aktualisiert: 15.03.2007 - 12:28Neuss (RPO). Deutschlands früheres Radsport-Idol Rudi Altig hat sich für Jan Ullrich eingesetzt. "Ich habe ihn oft kritisiert, weil er sein Potenzial nicht ausgeschöpft hat. Aber dass man ihn nun hat fallen lassen, obwohl auch gegen ihn keine harten Beweise in der spanischen Dopingaffäre vorliegen, das finde ich nicht gut."
Der Straßen-Weltmeister von 1966 feiert am Sonntag den 70. Geburtstag. Für Altig ist es "schizophren", dass sich die Doping-Diskussion fast nur um den Radsport dreht: "Man tut ja so, als ob überall sonst im Sport und in der Gesellschaft alles sauber ist. Das ist in keinem Bereich der Fall, weder in Politik, Wirtschaft oder Privatleben. Es gibt keinen Grund, den wunderbaren Radsport zu verdammen."
Ein Ende der Radsport-Begeisterung in Deutschland fürchtet er auch nach dem Abgang Ullrichs nicht: "Die Welt geht dadurch nicht unter, das war auch nach meinem Rücktritt nicht so."
Der Sieger von acht Tour-Etappen und des Klassikers Mailand-San Remo würde gern wieder als Fernseh-Kommentator einsteigen: "Dass mich die ARD ausgebootet hat, tut ein bisschen weh."
Die Schuld gibt er dem früheren Sportkoordinator Hagen Boßdorf: "Dem hat es nicht gepasst, wenn ich Telekom kritisiert habe. Rudi, das darfst du nicht sagen, hieß es immer." Ein neues Angebot würde er nach der Trennung der ARD von Boßdorf "kaum abschlagen".
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