Schäuble erwägt Absage: Straßenrad-WM wird zur Nagelprobe
zuletzt aktualisiert: 20.07.2007 - 15:55Stuttgart (RPO). Nach dem erneuten Doping-Skandal um Patrik Sinkewitz drohen auch der Straßenrad-WM Ende September Konsequenzern. Während die Veranstalter eine Absage kategorisch ablehnen, hält Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble diese für denkbar.
Die Weltmeisterschaft könne nur stattfinden, "wenn klare, schriftliche Vereinbarungen getroffen werden, die auch Art, Umfang und Intensität der Doping-Kontrollen umfassen", sagte der CDU-Politiker der Zeitschrift "Super Illu". Wenn diese eingehalten würden, könne die Weltmeisterschaft stattfinden. "Wenn nicht, dann muss die Veranstaltung notfalls eben ausfallen."
Die Veranstalter und Sportler hätten es jetzt in der Hand, sagte der Innenminister. Klar müsse jedenfalls sein: "Wer dopt oder dem Doping Vorschub leistet, bringt den Radsport um." Er sehe die Weltmeisterschaft in Stuttgart als Nagelprobe und möglicherweise als letzte Chance für einen Neuanfang des Radsports auf lange Zeit.
Weiter sagte Schäuble, er respektiere die Entscheidung von ARD und ZDF, wegen der Doping-Vorfälle auf eine weitere Live-Berichterstattung von der Tour de France zu verzichten. "Ich habe mich immer sehr für die Tour de France interessiert, aber in diesem Jahr war mir die Freude daran schon im Vorfeld vergangen, weil der professionelle Radsport zu viel Vertrauen verspielt hat."
Der Stuttgarter Gemeinderat hatte sich am Donnerstagabend für die Durchführung der Weltmeisterschaft ausgesprochen und einen Antrag der Grünen-Fraktion auf Absage der WM zurückgewiesen.
Der baden-württembergische Sportminister Helmut Rau betonte jedoch, die WM sei noch nicht in trockenen Tüchern. Falls der Weltradsportverband die scharfen Anti-Doping-Vorgaben von Bund, Land und Stadt nicht umsetzen wolle oder könne, stehe die Veranstaltung "zur Disposition", erklärte der CDU-Politiker im Südwestrundfunk.
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