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Tour de France / 17. Etappe: Bennati stiehlt Fothen und Voigt die Show

zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 - 21:26

Düsseldorf (RPO). Im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe holte sich der Italiener Daniele Bennati auf der 17. Etappe der Tour de France von Pau nach Castelsarrasin den Tagessieg. Markus Fothen wurde Zweiter, Jens Voigt Vierter.

18 Stunden nach dem "Urknall" um den am Mittwochnacht zur "Geisterstunde" vom Rabobank-Team gefeuerten Spitzenreiter Michael Rasmussen hat auch das Gelbe Trikot der 94. Tour de France einen neuen Besitzer erhalten.

Als neuer Spitzenreiter im Gesamtklassement streifte sich der ebenfalls dopingverdächtige Alberto Contador das Shirt über, während Sprint-Ass Daniele Bennati (Lampre) die 17. Etappe von Pau nach Castelsarrasin im Schlussspurt einer Fluchtgruppe vor Markus Fothen vom Team Gerolsteiner gewann. Hinter dem Schweizer Martin Elmiger (AG2R) belegte der Berliner CSC-Profi Jens Voigt den vierten Platz.

Der Kampf um das vakante Gelbe Trikot des vom eigenen Rennstall wegen starken Doping-Verdachts entthronten Rasmussen hielt sich am Donnerstag in Grenzen.

Der Däne war acht Tage mit zuletzt 2:23 Minuten Vorsprung auf Contador in Gelb gefahren, bevor dem zweimaligen Etappensieger falsche Angaben über seine Aufenthaltsorte bei unangemeldeten Trainings-Kontrollen zum Verhängnis wurden. Rasmussen wurde von Rabobank entlassen, weil er gegen Teamregeln verstoßen habe.

Contador, dem Verbindungen zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachgesagt werden, geht mit 1:53 Minuten vor dem Australier Cadel Evans (Lotto) auf die letzten drei Etappen. Dritter ist Contadors Discovery-Teamkollege Levi Leipheimer (USA/2:49), als bester T-Mobile-Profi belegt der Luxemburger Kim Kirchen 11:36 Minuten zurück den siebten Platz.

Im Grünen Trikot des Punktbesten baute Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep) seinen Vorsprung vor dem Südafrikaner Robert Hunter (Barloworld) und Milram-Kapitän Erik Zabel (Unna) aus. Im Trikot des Berg-Königs fährt Briancon-Sieger Mauricio Soler (Barloworld) aus Kolumbien den Champs-Elysees in Paris entgegen.

Den Tagessieg machten Fothen und drei weitere Fahrer unter sich aus, nachdem sie fast die komplette 188,5-km-Distanz an der Spitze unter sich geblieben waren. Als bester Sprinter erwies sich erwartunsgemäß Bennati, der Fothen auf der Zielgeraden nach 4:14:03 Minuten keine Chance ließ.

"Markus hat nichts verkehrt gemacht. Er musste so fahren, um Bennati wenigstens etwas zu überraschen. Man ist natürlich immer etwas enttäuscht, wenn es keinen Sieg gibt, aber der 2. Platz ist auch ein tolles Ergebnis," sagte der Gerolsteiner Teamleiter Christian Henn.

Bennati war der einzige "gelernte" Sprinter bei den Flüchtlingen. "Ich freue mich natürlich über den Sieg, auch wenn das heute nach den Ereignissen der letzten Tage etwas in den Hintergrund rückt. Wir sind über zwei Stunden Vollgas gefahren. Das war schon hart", erklärte der Italiener.

Voigt der bei der Konstellation der Spitzengruppe Außenseiter war, durfte sich immerhin über einen Trostpreis freuen. Der Mecklenburger wurde als "kämpferischster Fahrer" des Tages ausgezeichnet.

Die achtköpfige Ausreißergruppe hatte sich am Fuß der Pyrenäen gleich nach dem Start abgesetzt. Bei drei der fünf ersten Bergwertungen kleinerer Kategorie konnte Fothen punkten, an der Cote de Villevomtal (335 m) und Cote de Mielan (283) war der 25-jährige Niederrheiner Sieger.

Bei am Anfang sehr schnellen Fahrt bei Tempo 47 km/h durch Aquitanien zeigten die Favoriten des Gesamtklassements im Peloton wenig Interesse, die Jagd auf die Flüchtlinge zu eröffnen. Bis 50 km vor dem Ziel hatten die Ausreißer fast acht Minuten Vorsprung und fuhren ungefährdet dem Finale entgegen.

Die letzte "200er"-Etappe der 94. Tour de France ist am Freitag für die Sprinter prädestiniert. Auf den 211 km zwischen Cahors im gleichnamigen Weinanbaugebiet der Region Quercy und der Departement-Hauptstadt Angouleme gibt es nur in der Anfangsphase vier Bergwertungen der jeweils vierten Kategorie.


94. Tour de France

17. Etappe über 188,5 von Pau nach Castelsarrasin:

1. Daniele Bennati (Italien/Lampre) 4:14:03 Stunden (44,516 km/h), 2. Markus Fothen (Kaarst/Gerolsteiner), 3. Martin Elmiger (Schweiz/AG2R), 4. Jens Voigt (Berlin/CSC) alle gleiche Zeit, 5. David Millar (Schottland/Saunier) 2:41 Minuten zurück, 6. Matteo Tosatto (Italien/Quickstep) gleiche Zeit, 7. Manuel Quinziato (Italien/Liquigas) 3:20, 8. Daniele Righi (Italien/Lampre) gleiche Zeit, 9. Tom Boonen (Belgien/Quickstep) 9:37, 10. Sebastien Chavanel (Frankreich/Francaise), 11. Robert Hunter (Südafrika/Barloworld), 12. Robert Förster (Markkleeberg/Gerolsteiner), 13. Erik Zabel (Unna/Milram) alle gleiche Zeit, 14. Gert Steegmans (Belgien/Quickstep), 15. Sven Krauss (Herrenberg/Gerolsteiner), 16. Sebastien Hinault (Frankreich/Agricole), 17. Cadel Evans (Australien/Lotto), 18. Thor Hushovd (Norwegen/Agricole), 19. Xavier Florencio (Spanien/Bouygues), 20. Alberto Contador (Spanien/Discovery) alle gleiche Zeit

Gesamtwertung (Gelbes Trikot):

1. Contador 80:42:08 Stunden, 2. Evans 1:53 Minuten zurück, 3. Levi Leipheimer (USA/Discovery) 2: 49, 4. Carlos Sastre (Spanien/CSC) 6:02, 5. Haimar Zubeldia (Spanien/Euskatel) 6:29, 6. Alejandro Valverde (Spanien/Epargne) 10: 18, 7. Kim Kirchen (Luxemburg/T-Mobile) 11:36, 8. Jaroslaw Popowytsch (Ukraine/Discovery) 12:50, 9. Mauricio Soler (Kolumbien/Barloworld) 13:31, 10. Mikel Astarloza (Spanien/Euskatel) 13:42

Punktewertung (Grünes Trikot):

1. Boonen 212 Punkten, 2. Hunter 190, 3. Zabel 187, 4. Sebastien Chavanel 143, 5. Hushovd 140, 6. Bennati 125, 7. Förster 109, 8. Cancellara 93, 9. Evans 85, 10. Steegmans 83

Bergewertung (Gepunktetes Trikot):

1. Soler 206 Punkte, 2. Contador 128, 3. Popowytsch 104, 4. Evans 92, 5. Lefevre 78, 6. Garate 77, 7. Sastre 74, 8. Cobo 68, 9. Leipheimer 64, 9. Zubeldia 64

Nachwuchswertung (Weißes Trikot):

1. Contador 80:42:08 Stunden, 2. Soler 13:31 Minuten zurück, 3. Txurruka 45:54, 4. Kohl 1:10:20 Stunden, 5. Sjutsoju 1:11:57, 6. Gussew 1:27:05, ... 8. Gerdemann 1:28:51, ... 10. Griwko 2:39:05

Teamwertung:

1. Discovery Channel 242:20:41 Stunden, 2. Team CSC 15:22 Minuten zurück, 3. Caisse d'Epargne 16:48, 4. Rabobank 35: 00, 5. Euskaltel 39:04, 6. Saunier Duval 1:30:03 Stunden, ... 13. T-Mobile Team 3:19:56, ... 16. Team Gerolsteiner 4:00:28, ... 18. Team Milram 6:35:16

 


 
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