Tour de France, 14. Etappe: Freire zwingt Zabel in die Knie
zuletzt aktualisiert: 19.07.2008 - 16:42Nimes (RPO). Oscar Freire hat die 14. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Spanier setzte sich im Massensprint durch, bei dem Erik Zabel lange wie der Sieger aussah, letztlich aber "nur" Dritter wurde.
Das Gelbe Trikot bleibt auf den Schultern von Cadel Evans. Der Australier hat weiter eine Sekunde Vorsprung vor CSC-Profi Frank Schleck aus Luxemburg.
Bei der Ankunft in den Voralpen am Ende des Teilstücks über 194,5 Kilometer von Nimes nach Digne-les-Bains belegte Cofidis-Fahrer Leonardo Duque aus Kolumbien Platz zwei.
Die Ruhe vor dem in den kommenden Tagen erwarteten "Doping-Sturm" hat der dreimalige Weltmeister Oscar Freire (Spanien) genutzt, um sich mit dem Gewinn der 14. Touretappe in Szene zu setzen. Der Rabobank-Fahrer setzte sich nach 194,5 km zwischen Nimes und Digne-les-Bains im Massensprint vor dem Kolumbianer Leonardo Duque (Cofidis) und Milram-Kapitän Erik Zabel (Unna) durch.
Freire nutzte die Chance zu seinem insgesamt vierten Tour-Etappensieg, nachdem der bislang überragende Sprinter und viermalige Etappensieger Mark Cavendish (Großbritannien/Columbia) bei einem Anstieg zehn Kilometer vor dem Ziel abgehängt worden war. Der Iberer baute damit auch seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot des Punktbesten aus.
Während der Australier Cadel Evans (Lotto) die Gesamtwertung weiter eine Sekunde vor dem Luxemburger Frank Schleck (CSC) anführt, behauptete der Erfurter Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner seine Spitzenposition in der Bergpreiswertung.
Der 28-jährige Thüringer hatte das rot gepunktete Trikot vom Italiener Riccardo Ricco nach dessen Suspendierung wegen eines positiven Dopingtests übernommen. Allerdings sitzt ihm sein Teamkollege Bernhard Kohl (Österreich) mit nur einem Zähler Rückstand bereits im Nacken.
Die aussichtsreichste Fluchtgruppe der Etappe hatte sich nach 38 km gebildet und fuhr knapp 130 Kilometer als Quartett an der Spitze. Erst im letzten Anstieg des Tages 25 Kilometer vor dem Ziel löste sich der Spanier Jose Ivan Gutierrez von seinen Mitausreißern Sandy Casar, William Bonnet (beide Frankreich) und Bram Tankink (Niederlande), um schließlich kurz vor der Bergwertung am Col de L'Orme ebenfalls vom Peloton wieder eingeholt zu werden. Auch ein letzter Fluchtversuch des Franzosen Sylvain Chavanel in der anschließenden zehn Kilometer langen Abfahrt blieb erfolglos.
Mit der 15. Etappe erreicht die Tour am Sonntag die Alpen und macht dabei einen Abstecher nach Italien. Der Tagesabschnitt von Embrun nach Prato Nevoso im Piemont ist 183 Kilometer lang und endet mit einer Bergankunft in 1440 m Höhe.
Vor dem 11,4 Kilometer langen und bis zu 8,5 Prozent steilen Schlussanstieg steht beim Grenzübertritt mit dem 2744 Meter hohen Col Agnel der vierthöchste Alpenpass auf dem Programm. Die Bergwertung der höchsten Kategorie folgt nach einem 20,5 km langen Anstieg mit durchschnittlich 6,6 Prozent Steigung.
Am Montag können die Fahrer beim zweiten Ruhetag noch einmal Kräfte sammeln, ehe auf den beiden wohl schwersten Etappen dieser Tour am Dienstag und Mittwoch möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fällt.
Statistik
Radsport, 95. Tour de France, 14. Etappe über 194,5 km von Nimes nach Digne-les-Bains:
1. Oscar Freire (Spanien/Rabobank) 4:13: 08 Stunden
2. Leonardo Duque (Kolumbien/Cofidis)
3. Erik Zabel (Unna/Milram)
4. Julian Dean (Neuseeland/Garmin)
5. Steven De Jongh (Niederlande/Quickstep)
6. Alessandro Ballan (Italien/Lampre)
7. Ruben Perez (Spanien/Euskatel)
8. Jerome Pineau (Frankreich/Bouygues)
9. Matteo Tosatto (Italien/Quickstep)
10. Thor Hushovd (Norwegen/Agricole)
11. Xavier Florencio (Spanien/Bouygues)
12. Stefan Schumacher (Nürtingen/Gerolsteiner)
Gesamtklassementwertung (Gelbes Trikot):
1. Cadel Evans (Australien/Lotto) 59:01:5 Stunden
2. Frank Schleck (Luxemburg/CSC) 0:01 Minuten zurück
3. Christian Vandevelde (USA/Garmin) 0:38
4. Bernhard Kohl (Österreich/Gerolsteiner) 0:46
5. Denis Mentschow (Russland/Rabobank) 0:57
6. Carlos Sastre (Spanien/CSC) 1:28
7. Kim Kirchen (Luxemburg/Columbia) 1:56
8. Wladimir Jefimkin (Russland/AG2R) 2:32
9. Igor Astarloza (Spanien/Euskatel) 3:51
10. Vincenzo Nibali (Italien/Liquigas) 4:18