Doping bei der Tour de France: Ricco kündigt schon sein Comeback an
zuletzt aktualisiert: 19.07.2008 - 14:19Nimes (RPO). Die Überführung von Riccardo Ricco bei der Tour de France war bislang der spektakulärste Dopingfall bei der 95. Auflage der "Großen Schleife". Nur wenige Tage, nachdem der Italiener positiv auf Epo getestet wurde, kündigt er aber schon sein Comeback an.
Nach eintägiger Untersuchungshaft kehrte Ricco in seine Heimat zurück. Ricco, der von seinem Rennstall Saunier Duval entlassen wurde, will nun rechtliche Schritte einleiten. Derweil dementiert der spanische Arzt Jesus Losa Behauptungen des ebenfalls positiv getesteten Barloworld-Profis Moises Duenas Nevado.
Ricco meldete sich am Samstag in der italienischen Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" zu Wort. Der Giro-Gesamtzweite weist weiterhin alle Vorwürfe von sich: "Ich bin verhört worden, und meine Sachen wurden durchsucht. Sie haben nichts gefunden, außer den üblichen Vitaminen, die wir alle nehmen. Daraufhin haben sie mich nach Hause geschickt."
Zum Vorwurf des Epo-Dopings wollte er sich nicht direkt äußern. "Die Antwort gibt es in den nächsten Tagen. Ich werde jetzt erst meinen Anwalt aufsuchen, um meine Verteidigung zu starten", sagte der 24-Jährige, der gleichzeitig eine Kampfansage machte: "Ich werde zurückkommen, und ich werde stärker sein als zuvor."
In der spanischen Tageszeitung "El Pais" wehrte sich derweil Dr. Losa gegen die Behauptungen, in den Duenas-Fall verwickelt zu sein. Duenas Nevodo hatte behauptet, die von den französischen Dopingfahndern in seinem Hotelzimmer gefundenen Dopingsubstanzen legal von Losa gekauft zu haben. "Ich habe niemals verbotene Substanzen an Duenas geliefert", erklärte Losa.
Der ehemalige Euskatel-Teamarzt erklärte sich gleichzeitig bereit, eine entsprechende Aussage vor dem Untersuchungsgericht in Frankreich zu machen: "Ich habe keine Probleme damit, dass auch in Tarbes zu sagen."
Ricco sowie Duenas Nevado und sein spanischer Landsmann Manuel Beltran (Liquigas) sind die ersten drei Dopingsünder der Tour 2008. Beim spanischen Saunier-Duval-Rennstall, der nach dem "Fall Ricco" komplett aus der Tour ausgestiegen war, wurde zudem der Italiener Leonardo Piepoli "wegen Verstößen gegen den Ethik-Code des Teams" gefeuert.
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